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Hinrichtung von Joseph Wood: Arizona streitet über die Todesstrafe

Foto: JOSHUA ROBERTS/ REUTERS

Hinrichtung in Arizona Senator McCain nennt Exekution von Joseph Wood Folter

"Das ist Folter": Der Senator von Arizona, John McCain, hat sich deutlich zur verpfuschten Hinrichtung von Joseph Wood geäußert. Zugleich machte der Republikaner klar, dass er an einer Abschaffung der Todesstrafe kein Interesse hat.

Phoenix - Der Republikaner und Senator von Arizona John McCain hat die verpfuschte Hinrichtung von Joseph Wood als Folter bezeichnet. Dem Magazin "Politico" sagte der Politiker zugleich, er halte die Todesstrafe bei bestimmten Verbrechen für richtig.

Wood war am Mittwoch mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Augenzeugen der Hinrichtung berichteten, er habe noch eine Stunde nach der Injektion geschnaubt und nach Luft geschnappt, es dauerte offenbar eine weitere Stunde, bis er tot war. Wood war 1991 für die Tötung seiner Ex-Freundin und ihres Vaters zum Tode verurteilt worden.

Am Freitag hatte Arizona die Hinrichtungen vorerst ausgesetzt: Todesstrafen sollen so lange nicht vollstreckt werden, bis der Fall vollständig aufgeklärt ist.

McCain sagte, die für die Hinrichtung Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. "Das ist Folter", sagte der Senator. Woods Anwälte sagten, die Hinrichtung hätte zehn Minuten dauern sollen, was geschah, sei eine "entsetzlich verpfuschte Exekution".

Demokrat hofft auf "ernsthafte Diskussion"

Der Leiter der Strafvollzugsbehörde, Charles Ryan, wies die Kritik an der Hinrichtung zurück. Verschiedene Medien hätten den "voreiligen und falschen Schluss gezogen, dass diese Exekution 'verpfuscht' wurde", erklärte Ryan. Andi Tobin, republikanischer Sprecher des Repräsentantenhauses, sprach sich für eine Untersuchung der Hinrichtung Woods aus, sagte aber auch, er halte es für unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten in Arizona ihre Meinung zur Todesstrafe ändern würden. Wenn die Demokraten eine bessere Hinrichtungsmethode vorschlagen würden, würde man dies beraten. "Aber ich glaube nicht, dass es eine reale Chance gibt, dass die Todesstrafe abgeschafft wird."

DJ Quinlan, Vorsitzender der Demokraten in Arizona, reichte das nicht aus. "Die Gesetzgeber werden dies berücksichtigen und entscheiden müssen, was nun zu tun ist." Es sei nun eine ernsthafte Diskussion angebracht, "die hoffentlich die Politik verändert".

Die Hinrichtung von Wood war zunächst ausgesetzt worden. Woods Verteidiger hatten argumentiert, dass der Verurteilte mehr Informationen über seine bevorstehende Exekution benötige, darunter Details über die eingesetzten tödlichen Substanzen. Das Oberste Gericht in Arizona hatte die Aussetzung aber aufgehoben.

Der in Arizona verwendete Mix aus dem Schmerzmittel Hydromorphon und dem Medikament Midazolam, mit dem Patienten vor Operationen beruhigt werden, war in den USA erstmals im Januar eingesetzt worden. Die USA haben seit einiger Zeit enorme Schwierigkeiten bei der Beschaffung der für die Giftinjektionen verwendeten Mittel. Der Grund: Europäische Hersteller weigern sich, die Substanzen zu liefern. Mehrere Bundesstaaten benutzen für Hinrichtungen neue Substanzen, die teils aber nicht offiziell zugelassen und erprobt sind.

Derzeit ist keine weitere Hinrichtung in Arizona geplant. Allerdings haben fünf Häftlinge ihre Revisionsmöglichkeiten ausgeschöpft, der nächste Schritt ist in ihren Fällen, dass ein Termin für ihre Hinrichtung festgelegt wird.

Woods Hinrichtung war die dritte Vollstreckung der Todesstrafe in diesem Jahr, die deutlich länger als die geplanten zehn Minuten dauerte. Im Januar war in Ohio der verurteilte Mörder Dennis McGuire erst nach 26 Minuten tot. Bei dem verurteilten Mörder und Vergewaltiger Clayton Lockett vergingen im Bundesstaat Oklahoma im April 43 Minuten, bis der Tod festgestellt wurde. Auch in Oklahoma wurden im Anschluss an den Vorfall weitere Hinrichtungen für ein halbes Jahr ausgesetzt.

bim/AP