Erste Exekution nach Gift-Panne Mörder in Missouri hingerichtet

Erneut ist in den USA ein Todeskandidat per Giftspritze hingerichtet worden. Die Exekution von Michael Worthington in Missouri war die erste seit dem qualvollen Tod eines Mörders in Arizona.

Mörder Michael Worthington (im Februar): "Ich glaube, dass ich morgen an einem besseren Ort aufwache"
REUTERS

Mörder Michael Worthington (im Februar): "Ich glaube, dass ich morgen an einem besseren Ort aufwache"


Bonne Terre - Einen Aufschub gab es nicht, trotz aller Bemühungen seiner Anwälte: Im US-Bundesstaat Missouri ist ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger per Giftinjektion hingerichtet worden. Es war die erste Vollstreckung der Todesstrafe in den USA seit der schweren Panne, zu der es vor wenigen Wochen in Arizona gekommen war. Dabei hatte ein Todeskandidat nach der Giftinjektion noch stundenlang nach Luft geschnappt.

Die Hinrichtung von Michael Worthington in Missouri lief offensichtlich ohne derartige Zwischenfälle ab. Nach Angaben der Gefängnisbehörde wurde der 43-Jährige kurz nach Mitternacht (Ortszeit) für tot erklärt. Es war die siebte Hinrichtung im Bundesstaat Missouri seit Jahresanfang.

Worthington war 1998 zum Tode verurteilt worden, nachdem er drei Jahre zuvor seine Nachbarin Melinda Griffin vergewaltigt und erdrosselt hatte. Vor Gericht hatte er die Tat gestanden.

Aufschub abgelehnt

Seine Anwälte versuchten bis zuletzt, die bevorstehende Hinrichtung zu verhindern. Dabei bezogen sie sich ausdrücklich auf die Probleme bei der Exekution in Arizona sowie auf zwei weitere verpatzte Tötungen in Ohio und Oklahoma. Das Oberste US-Bundesgericht sowie der Gouverneur des Bundesstaats Missouri lehnten jedoch einen Aufschub ab.

In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AP hatte Worthington vor seinem Tod angegeben, mit seinem Schicksal im Reinen zu sein. "Ich glaube, dass ich morgen an einem besseren Ort aufwache", sagte er. "Was immer auch passiert - ich werde es hinnehmen, da ich ohnehin keine Wahl habe. Den Gerichten scheint es egal zu sein, was richtig oder falsch ist."

Die Eltern des Mordopfers hatten im Vorfeld angekündigt, die Hinrichtung als Augenzeugen beobachten zu wollen. "Es ist jetzt 19 Jahre her, und ich denke, dass wir dadurch mit der Sache abschließen können", sagte Griffins Mutter Carol Angelbeck der AP.

rls/AP



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