Tödliche Drogentherapie Staatsanwaltschaft fordert acht Jahre Haft für Psychodoktor

Er behandelte Patienten mit illegalen Drogencocktails - zwei von ihnen starben: Vor Gericht hat die Staatsanwaltschaft nun acht Jahre Gefängnis und ein lebenslanges Berufsverbot für einen Berliner Mediziner gefordert. Er habe Menschen als "Versuchskaninchen" missbraucht.


Berlin - Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass ein Berliner Mediziner im September vergangenen Jahres mindestens sieben Patienten einen Drogencocktail aus Methylon und hochdosiertem Ecstasy-Pulver verabreicht hat. Ein 59-jähriger Frührentner starb noch während der "psycholytischen Intensivsitzung" in der Praxis des Arztes im Stadtteil Hermsdorf, ein 26-jähriger Student später in der Klinik. Fünf weitere Patienten mussten mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll der Arzt dafür acht Jahre ins Gefängnis. Der Vertreter der Anklage sprach sich am Montag in seinem Plädoyer vor dem Berliner Landgericht dafür aus, den 51-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge sowie fünffacher Körperverletzung zu der langjährigen Haftstrafe zu verurteilen. Zugleich beantragte er ein lebenslanges Berufsverbot für den Arzt.

Aus Sicht der Anklage hatte der Allgemeinmediziner und Facharzt für Psychotherapie das Vertrauen seiner Patienten sowie deren Schutzlosigkeit ausgenutzt und sie als "Versuchskaninchen" missbraucht. Der Angeklagte sei ein "examinierter Dealer und Verbrecher". Die Allgemeinheit müsse zukünftig vor dem Arzt geschützt werden, da ihm bis heute "jegliche Einsicht" fehle.

Durch die Verabreichung der Drogen habe er den Tod zweier Menschen herbeigeführt. Das sei eine Leichtfertigkeit, "die schon an Vorsatz grenzt", betonte der Staatsanwalt. Der ursprüngliche Vorwurf des versuchten Mordes sei nicht absurd, er könne dem Angeklagten allerdings nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Der Mediziner hatte die Verantwortung für den Tod der Patienten übernommen.

wit/ddp/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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rabka_uhalla 03.05.2010
1. Versteh ich nicht
Angesicht dessen das der Arzt wusste was er tat und illegale Drogen "verschrieb", ist das verlangte Strafmaß m.E. sehr niedrig.
saul7 04.05.2010
2. ++
Zitat von sysopEr behandelte Patienten mit illegalen Drogencocktails - zwei von ihnen starben: Vor Gericht hat die Staatsanwaltschaft nun acht Jahre Gefängnis und ein lebenslanges Berufsverbot für einen Berliner Mediziner gefordert. Er habe Menschen als "Versuchskaninchen" missbraucht. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,692651,00.html
Ein gerechtes Urteil, das auch höher hätte ausfallen können!!
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