Tödliche Verfolgungsjagd mit Polizei Schwere Krawalle in Frankreich

Bei einer Verfolgungsjagd mit der französischen Polizei ist ein junger Mann tödlich verunglückt. Im Anschluss an einen Schweigemarsch für den 19-Jährigen kam es im Norden des Landes zu schweren Ausschreitungen.
Schweigemarsch nach der tödlichen Verfolgungsjagd in Woippy

Schweigemarsch nach der tödlichen Verfolgungsjagd in Woippy

Foto: JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN/ AFP

Woippy/Paris - Eine Gruppe von jungen Menschen bewarf in Woippy bei Metz (Lothringen) Polizisten mit Steinen. Einige Randalierer steckten aus Wut über den Tod des 19 Jahre alten Mannes Autos und einen Bus in Brand. Auch eine Schule und Telefonhäuschen wurden verwüstet. Die Polizei löste die Menge schließlich mit Hundestaffeln auf. Zuvor hatten sich rund zweihundert Menschen aus der Vorstadt versammelt, um der drei jungen Männer zu gedenken, die bei der Verfolgungsjagd in der Nacht zuvor verunglückt waren.

Die Männer waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft ohne Helm und ohne Licht zu dritt auf einem gestohlenen Motorroller unterwegs gewesen, als die Polizei sie anhalten wollte; sie flohen demnach mit überhöhter Geschwindigkeit gegen die Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße und kamen nach wenigen hundert Metern in einer Kurve von der Fahrbahn ab. Ein 19-Jähriger starb bei dem Unfall. Seine 19 beziehungsweise 20 Jahre alten Begleiter wurden lebensgefährlich verletzt.

Eine tödliche Verfolgungsjagd mit der Polizei im Pariser Vorort Villiers-le-Bel hatte im November 2007 zu nächtelangen Ausschreitungen geführt, bei denen dutzende Polizisten verletzt wurden. Im Großraum Paris sollte derweil am Donnerstag das Verfahren gegen sieben junge Leute beginnen, die die Polizei im März 2007 in einen Hinterhalt gelockt haben sollen. Die Angeklagten müssen sich wegen versuchten Mordes verantworten.

jjc/dpa
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