Tödliche Zivilcourage Mann nach Schlag von Jugendlichem gestorben

Seinen Mut zum Eingreifen hat ein Mann in Hamburg mit dem Leben bezahlt. Er hatte eine Gruppe Jugendlicher in der S-Bahn zurechtgewiesen, die andere Fahrgäste provoziert hatten. Einer der Pöbler versetzte ihm einen Faustschlag, den der Mann nicht überlebte.


Hamburg - Die lebenserhaltenden Geräte, an die Wolfgang L. angeschlossen war, sind nach Angaben der Polizei gestern Nachmittag abgestellt worden. Nach dem Vorfall am frühen Sonntagmorgen war der verletzte Mann sofort ins Krankenhaus gebracht worden. Ein Notarzt hatte ihn noch auf dem Bahnsteig wiederbelebt. Trotz einer Notoperation in der Klinik kam das Opfer nicht wieder zu Bewusstsein. Ärzte stellten seinen Hirntod fest.

Nach Angaben der Polizei war der 52-Jährige mit seiner Freundin im Stadtteil Wedel in die S-Bahn gestiegen. Im selben Waggon saß eine Gruppe von 18 bis 20 Jahre alten jungen Männern. Diese provozierten und belästigten andere Passagiere, unter anderem eine 30 Jahre alte Frau. Der leicht angetrunkene L. schritt ein, nach Angaben der Hamburger Morgenpost sagte er: "Hört sofort auf damit, sonst setzt es was." Daraufhin habe einer der Jugendlichen den Mann mit einem Faustschlag am Kopf verletzt. L. schleppte sich an der nächsten Station aus dem Zug und brach auf dem Bahnsteig zusammen.

Die Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Begleiterin des Mannes wurde heute vernommen. Zudem suchen die Beamten nach weiteren Zeugen. "Derzeit werden die Videobänder der Haltestellen ausgewertet. Irgendwo müssen die Jugendlichen ja ausgestiegen sein", sagte eine Polizei-Sprecherin. Die Leiche des Mannes wurde heute obduziert, Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

ffr/dpa



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