Tödlicher Streit Chinesischer Fischer ersticht südkoreanischen Offizier

Bei einem Einsatz gegen illegale Fischerei vor Südkorea ist ein Offizier der Küstenwache niedergestochen und tödlich verletzt worden. Ein weiterer Beamter erlitt ebenfalls Stichwunden, neun chinesische Seeleute wurden festgenommen.
Chinesischer Fischer (Mitte): Festnahme nach Angriff auf südkoreanische Küstenwache

Chinesischer Fischer (Mitte): Festnahme nach Angriff auf südkoreanische Küstenwache

Foto: Yonhap/ dpa

Seoul - Die Küstenwache wollte laut eigenen Angaben den illegalen Fischfang zweier chinesischer Bootes vor der südkoreanischen Westküste beenden, als es zu einem Kampf kam. Bei der Auseinandersetzung wurde ein Offizier der Küstenwache erstochen. Einer der Fischer habe dem 41 Jahre alten Offizier mit Glasstücken die tödlichen Verletzungen beigebracht, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Er sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Ein weiterer Offizier habe ebenfalls Stichwunden erlitten, teilte ein Sprecher der südkoreanischen Küstenwache in der Hafenstadt Inchon am Montag mit. Das Opfer werde im Krankenhaus behandelt. Neun chinesische Seeleute seien festgenommen und ihr Boot sichergestellt worden.

Der Vorfall ereignete sich am Montagmorgen im Gelben Meer. Dort wurden dieses Jahr laut Angaben der Küstenwache 430 chinesische Fischerboote wegen des Verdachts auf illegales Fischen in südkoreanischen Gewässern sichergestellt. Im Vorjahr waren es 370. Vergehen dieser Art werden üblicherweise mit einer Geldbuße geahndet. Danach gibt die Küstenwache die Boote wieder frei.

Seoul bestellt Botschafter ein

Häufig kommt es auch zu gewaltsamen Zwischenfällen. Im Oktober musste die Küstenwache Tränengas und Gummigeschosse einsetzen, nachdem chinesische Fischer sie mit Schaufeln und Schlagstöcken bedroht hatte. 21 Chinesen wurden festgenommen. Im September 2008 ertrank ein südkoreanischer Beamter beim Versuch, zu einer Inspektion an Bord eines chinesischen Schiffes zu gelangen. Vor einem Jahr war ein chinesisches Fischerboot im Gelben Meer gekentert, nachdem es ein Schiff der südkoreanischen Küstenwache gerammt hatte. Zwei Fischer waren dabei ums Leben gekommen.

Das südkoreanische Außenministerium bestellte am Montag den chinesischen Botschafter in Seoul ein und legte Beschwerde wegen des Angriffs ein. Bereits am vergangenen Donnerstag habe das Ministerium China zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die illegale Fischerei in südkoreanischen Gewässern aufgefordert, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

"Die Unterbindung der illegalen Fischerei in unseren Gewässern ist die dringendste Aufgabe beim Schutz unserer Fischer und Fischgründe", hieß es kürzlich in einem Leitartikel der Nachrichtenagentur Yonhap. Mit 300.000 Schiffen und rund acht Millionen Beschäftigten ist die chinesische Fischereiflotte die größte der Welt.

wit/dpa/dapd
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