Argentinien Tödliches Kokain war mit Betäubungsmittel für Elefanten gestreckt

Mehr als 20 Menschen sind in Argentinien nach dem Konsum von Kokain gestorben. Nun melden die Behörden: In das Rauschgift war ein enorm starkes Opiat aus der Tiermedizin gemischt.
Sichergestellte Drogenpakete in Buenos Aires

Sichergestellte Drogenpakete in Buenos Aires

Foto: Elian Obregon / dpa

Das Rätsel um die Kokain-Todesfälle in Argentinien ist zumindest teilweise gelöst. In dem Land waren mindestens 20 Menschen nach dem Konsum der Droge gestorben, die mit einem Betäubungsmittel für große Säugetiere wie Elefanten und Nashörner gestreckt wurde.

Zwei unabhängige Gutachten seien zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei der verwendeten Substanz um Carfentanyl handelte, teilte die Generalstaatsanwaltschaft der Provinz Buenos Aires am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Das Opiat gilt als tausendfach stärker als Fentanyl oder Heroin und wird in der Tiermedizin verwendet. Fentanyl ist ein Treiber der Opioidkrise in den USA mit Zehntausenden Toten pro Jahr.

Zu den mindestens 20 Todesfällen in der Hauptstadtprovinz kam es vergangene Woche, Dutzende weitere Konsumenten des gepanschten Kokains kamen mit teils schweren Vergiftungssymptomen ins Krankenhaus.

Dutzende Personen mussten beatmet werden. In dieser hohen Zahl war das unter anderem möglich, weil wegen der Pandemie zusätzliche Beatmungsgeräte zur Verfügung standen

Appell an Konsumenten: Drogen bitte entsorgen

Viele der Betroffenen hatten das Kokain offenbar beim selben Dealer im Armenviertel Puerta 8 nordwestlich der Hauptstadt Buenos Aires gekauft. Die Polizei konnte Reste der Drogen in einer Tüte und an einem Geldschein sicherstellen. Nun wird untersucht, woher das Betäubungsmittel stammt.

Die Behörden hatten potenzielle Drogenkonsumenten zwischenzeitlich aufgefordert, ihr Kokain wegzuwerfen. Laut Medizinern kann das Kokain binnen einer Stunde nach dem Konsum Herz- und Atemstillstand auslösen. Im lokalen Fernsehen und sozialen Medien waren kollabierte Menschen zu sehen, die von Angehörigen in die Krankenhäuser getragen wurden. Nach bisherigem Stand war die Mehrzahl der Opfer männlich und zwischen 30 und 50 Jahre alt.

Nach Schätzungen werden unter den rund 15 Millionen Einwohnern im Großraum Buenos Aires täglich rund 200.000 einzelne Drogenrationen verkauft.

jok/dpa
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