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Crack-Vorwürfe gegen Torontos Bürgermeister "Ich werde diese Sache überstehen"

Mehrfach wurde Torontos Bürgermeister wegen seines angeblichen Crack-Konsums zum Rücktritt aufgefordert. Der Kanadier hat dies nun erneut abgelehnt. Stattdessen forderte er die Polizei auf, ein mutmaßliches Beweis-Video zu veröffentlichen.

Toronto - Der Druck auf den kanadischen Politiker Rob Ford wird immer größer. Im Mai kursierte in einigen US-Medien angeblich ein Video, das den Bürgermeister von Toronto beim Crack-Rauchen zeigte. Zuletzt gab die kanadische Polizei bekannt, ein Video erhalten zu haben, das den 44-Jährigen beim Drogenkonsum zeige.

Mehrere Zeitungen forderten Ford bereits zum Rücktritt auf, doch er lehnte dies nun erneut ab. "Ich werde diese Sache überstehen", sagte er in einer Radiosendung. Er werde weiterhin Kanadas größte Stadt regieren. Er habe Fehler gemacht, für die er sich bei seiner Familie, den Steuerzahlern und seinen Kollegen entschuldige.

Zu dem angeblichen Crack-Video äußerte er sich nicht. Er könne schließlich nicht zu etwas Stellung beziehen, das er nicht gesehen habe. Er forderte von der Polizei, das Video zu veröffentlichen. "Torontos Bürger verdienen es, das Video zu sehen und sich selbst ein Urteil davon zu machen, was sie in diese Aufnahmen sehen." In einem weiteren Interview mit dem Radiosender AM640 sagte er später: "Ich bin kein Crack-Abhängiger."

Allerdings entschuldigte er sich für seinen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. Das wolle er in Zukunft einschränken. In der jüngsten Vergangenheit war Ford bei Veranstaltungen mehrfach wegen seines betrunkenen Verhaltens negativ aufgefallen.

Der Polizei zufolge wurde das Video auf einem Computer von Fords Mitarbeiter gefunden. Dieser steht demnach im Verdacht, den Bürgermeister mit Drogen versorgt zu haben. Es fehlten jedoch Beweise, um dem Politiker eine konkrete Tat vorzuwerfen.

gam/AP/AFP
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