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Tote Frauen Spurensuche auf Schweinefarm kostet Rekordsumme

Die Ermittlungen gegen den mutmaßlich schlimmsten Serienmörder in der Geschichte Kanadas übersteigen in finanzieller Hinsicht alles je Dagewesene. Bei der Suche nach Leichenteilen auf einer Schweinefarm haben die Fahnder 400.000 DNA-Spuren gesichert. Die Arbeiten kosten Millionen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New Westminster - Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen kanadischen Serienmörder Robert William Pickton sind nach Angaben eines Polizeibeamten die bislang umfangreichsten und teuersten in der Geschichte des Landes gewesen. Bei der Suche nach menschlichen Überresten auf dem Grundstück des 57-jährigen Schweinezüchters hätten die Ermittler insgesamt 38.000 Kubikmeter Erde bewegt und 400.000 DNA-Spuren gesammelt, berichtete der Ermittler Don Adam gestern dem Gericht im kanadischen New Westminster.

Zeitweise hätten sie dabei die Hilfe eines Gerichtsmediziners in Anspruch genommen, der an der Identifizierung der Terroropfer vom 11. September 2001 sowie an Untersuchungen von Massengräbern im Kosovo beteiligt gewesen sei. An der Suche auf dem Grundstück hätten 130 Ermittler aus dem ganzen Land teilgenommen, unterstützt von Studenten der anliegenden Universitäten. "An einem Zeitpunkt hatten wir den gesamten Landesvorrat an Schutzanzügen verbraucht", sagte Adam. Zu den Kosten der Ermittlungen äußerte er sich nicht; kanadische Medien schätzen sie bisher auf umgerechnet 47 bis 65 Millionen Euro.

Pickton steht im Verdacht, zwischen 1978 und seiner Festnahme 2002 mindestens 26 Frauen ermordet zu haben, in der Mehrzahl Drogenabhängige und Prostituierte aus einem Armenviertel von Vancouver. In dem seit einer Woche laufenden Prozess geht es zunächst nur um den Mord an sechs Frauen; zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann auch die anderen Fälle behandelt werden. Bei der Verhandlung kamen bereits zahlreiche makabre Einzelheiten ans Licht: Unter anderem soll Pickton die sterblichen Überreste der Opfer an seine Schweine verfüttert haben.

ffr/AFP