Sechs Tote in Kalifornien Student handelte offenbar aus Frauenhass

In seinem Auto wurden mehr als 400 Schuss Munition gefunden: Der Todesschütze von Santa Barbara handelte offenbar aus Hass auf Frauen und Frust über Zurückweisung - das geht aus einem Bekennervideo hervor.


Santa Barbara - Der 22-Jährige, der im kalifornischen Isla Vista sechs Menschen getötet hat, mordete offenbar, weil er sich von Frauen zurückgewiesen und einsam fühlte. Das geht aus einem Video hervor, in dem er seine Verbitterung ausdrückt und Rache ankündigt.

Die Behörden identifizierten den Täter als Elliot R. Der 22-Jährige war am Freitagabend mit seinem Auto durch die Straßen der Kleinstadt Isla Vista bei Santa Barbara gefahren und hatte aus dem Fenster geschossen. Wie Bezirkssheriff Bill Brown mitteilte, wurden dabei drei Menschen getötet und 13 verletzt. Wenig später wurde der Schütze nach Schusswechseln mit der Polizei tot in seinem Fahrzeug aufgefunden - ob er sich selbst das Leben nahm, ist noch unklar. Brown bezeichnete den jungen Mann als geistig gestört.

Im Apartment des Schützen in Isla Vista fand die Polizei drei erstochene Mitbewohner. Der Sheriff korrigierte frühere Angaben, denen zufolge alle sechs Opfer durch die Schüsse aus dem Auto gestorben waren.

US-Medien zeigten ein knapp sieben Minuten langes Video des Täters, das er am Freitagabend auf YouTube veröffentlicht haben soll. Darin spricht er über seinen Frust, seit der Pubertät keinen Erfolg bei Frauen gehabt zu haben. "In den vergangenen acht Jahren meines Lebens war ich zu einer Existenz der Einsamkeit, Zurückweisung und unerfüllter Sehnsüchte gezwungen - alles, weil Mädchen sich nie zu mir hingezogen gefühlt haben." Der junge Mann kündigt an, sich an Frauen und der Menschheit rächen zu wollen. Er wolle erst in einem Haus einer Studentinnen-Verbindung töten und dann in Isla Vista auf jeden schießen, den er sehe, "all die beliebten Kids", die stets auf ihn herabgeblickt hätten.

Sheriff Brown ging nicht näher auf das mögliche Motiv ein. Aber wie er bestätigte, starben zwei Frauen, die vor dem Gebäude einer Studentenverbindung getroffen wurden. Ein junger Student starb beim Einkaufen in einem Delikatessenladen. Die Polizei fand im Wagen des Täters drei halbautomatische Waffen, die der Student den Angaben zufolge legal besaß. 400 Schuss Munition seien sichergestellt worden.

Wie Brown mitteilte, hatten die Behörden in der Vergangenheit bereits Kontakt zu dem 22-Jährigen. In einem Fall habe der Student einen Mitbewohner beschuldigt, drei Kerzen gestohlen zu haben. Anfang April hätten sich die Behörden nach einem Hinweis aus der Familie vom Wohlergehen des jungen Mannes überzeugen wollen. Er sei höflich und scheu gewesen und habe die Besorgnisse der Familie heruntergespielt.

Der Vater des Schützen ist ein Hollywood-Filmemacher, der unter anderem als Regieassistent am Film "Die Tribute von Panem" ("The Hunger Games") mitarbeitete.

hut/dpa/AP



insgesamt 70 Beiträge
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peter234 25.05.2014
1.
Ich weiß nicht ob man die youtube videos des Schützen inzwischen gelöscht hat, aber was der so von sich gegeben hat war nur noch peinlich. Es wundert mich nicht, dass er trotz netten Autos, ohne Übergewicht und anständiger Kleidung keine abbekommen hat.
telltaleheart 25.05.2014
2. Der Amerikaner - Sternbild Schütze?
Wie gut dass in den USA paranoide 22-Jährige ganz legal drei halbautomatische Waffen und 400 Schuss Munition besitzen können! Wären mehr Bürger von Isla Vista seinem Beispiel gefolgt und mit ihrem Waffenarsenal ausgegangen hätten sie vermutlich schon viel früher zurückschießen und ihn stoppen können. Friendly Fire inclusive. Und dieser Bleihagel hätte das sonnige Örtchen dann so richtig sicher gemacht. Wie der Fall der Mitbewohner zeigt sollte man auch nicht ohne Uzi aufs Klo gehen, und auch beim Zähneputzen hat man ja eine Hand frei für die 45er. Man muss halt privat vorsorgen.
les2005 25.05.2014
3. Filmemacher?
Zitat von sysopREUTERSIn seinem Auto wurden mehr als 400 Schuss Munition gefunden: Der Todesschütze von Santa Barbara handelte offenbar aus Hass auf Frauen und Frust über Zurückweisung - das geht aus einem Bekennervideo hervor. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tote-in-kalifornien-taeter-handelte-offenbar-aus-hass-auf-frauen-a-971534.html
Zwar in diesem Artikel Nebensache, aber man fragt sich doch ob Medien so funktionieren: Jemand der 'Filmemacher' ist, wird wohl kaum noch woanders als Regieassistent mitarbeiten
j.vantast 25.05.2014
4. Wie lange noch?
Aber es ist natürlich noch immer nicht an der Zeit die Waffengesetze in den USA einmal ernsthaft zu überdenken, nicht wahr? Wieviele Unschuldige müssen noch sterben bevor der Wahnsinn ein Ende hat? Normalerweise müsste es mich nicht interessieren ob die sich da gegenseitig umbringen. Aber seit mein Freund vor 20 Jahren bei einem Urlaub in den USA erschossen wurde bin ich ein klarer Verfechter von höchst restriktiven Waffengesetzen.
tim.grabinat 25.05.2014
5. off topic
Der IV Deli Mart bietet an sich nur Fastfood an. Das Deli steht hierbei nicht für Delikatessenladen sondern für Delivery ^^
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