Frankreich Jugendlicher hält vier Frauen stundenlang als Geiseln

In der Nähe der französischen Stadt Toulouse hat ein junger Mann vier Frauen in seine Gewalt gebracht. Die Polizei konnte ihn Stunden später festnehmen und ermittelt nun zu den Hintergründen.

Polizeieinsatz in Blagnac bei Toulouse
Frederic Scheiber/EPA-EFE/REX

Polizeieinsatz in Blagnac bei Toulouse


Ein Jugendlicher hat vier Frauen in der Nähe der französischen Stadt Toulouse stundenlang als Geiseln gehalten. Er wurde am späten Dienstagabend von Einsatzkräften der Eliteeinheit RAID überwältigt. Alle Geiseln waren einige Stunden zuvor unverletzt frei gekommen. Der Bewaffnete verschanzte sich anschließend weiter in einem Zigaretten- und Lottoladen in Blagnac und wurde schließlich festgenommen, wie Innenminister Christophe Castaner mitteilte.

Das Motiv der Tat ist bisher unklar. Die Ermittler gehen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Der "fast 18-jährige" Täter sei polizeibekannt - etwa für Gewalt gegen die Polizei und Diebstahl, sagte Staatsanwalt Dominique Alzeari.

Der Jugendliche sei nach seiner Festnahme bei "guter Gesundheit" gewesen, sagte der Chef der Eliteeinheit RAID, Jean-Baptiste Dunion. "Ich glaube nicht, dass er etwas nicht Wiedergutzumachendes tun wollte", sagte der Bürgermeister von Blagnac, Joseph Carles.

Alarm am Nachmittag

Die Geiselnahme hatte gegen 16.30 Uhr begonnen. Die Gegend um den Zigarettenladen wurde weiträumig abgesperrt, Spezialkräfte waren im Einsatz. Die Polizei forderte die Bürger auf, den Bereich in Blagnac zu meiden.

Der französische Nachrichtensender BFMTV berichtete, der Mann habe zu Beginn der Geiselnahme die Polizei selbst angerufen und verlangt, mit einem Vermittler der Eliteeinheit RAID zu sprechen. Gegen 20 Uhr wurde die erste Geisel aus der Gewalt des Mannes befreit, kurze später kamen auch die drei anderen Frauen frei.

Bei den Geiseln handelte es sich laut der Regionalzeitung "La Depêche du Midi" um die Chefin des Zigarettenladens, ihre Tochter und zwei Angestellte. Der Geiselnehmer habe gegen 19 Uhr allen Geiseln erlaubt, einen Verwandten anzurufen. Es habe anschließend intensive Verhandlungen mit RAID gegeben.

aar/dpa



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