Tragödie bei Regensburg Eltern erschossen in Wohnung gefunden - dreijähriger Sohn überlebt

Blutverschmiert und zutiefst verstört stand der Dreijährige vor dem Haus der Familie: In einem kleinen Ort im Landkreis Regensburg hat sich eine Tragödie abgespielt. Die Polizei entdeckte Mutter und Vater des Kindes in der Wohnung - erschossen.


Regensburg - Eine Autofahrerin bemerkte den blutverschmierten Dreijährigen in der oberpfälzischen Gemeinde Zeitlarn. Er stand am Dienstagmorgen allein an einer großen Straße - sichtlich verstört. Etwas sei passiert mit seinen Eltern, sagte der Junge. Auch an seiner Kleidung zeigten sich Blutspuren. Die Autofahrerin alarmierte die Polizei.

Das Kind war zuvor möglicherweise Zeuge eines Verbrechens geworden. Seine Eltern - die Mutter war 38, der Vater 41 Jahre alt - fand die Polizei wenig später in dem Mehrfamilienhaus. Beide wiesen Schussverletzungen auf. Neben den Leichen lagen zwei Pistolen am Boden. Ob einer der beiden Partner den anderen erschossen hatte und sich dann selbst umbrachte oder ob der Schütze ein Dritter war, ist noch offen.

Erkenntnisse zu den Motiven des Tötungsdeliktes hat die Polizei bisher noch nicht.

Am Mittwoch sollen die beiden Leichen obduziert werden, auch um die Identität der Toten zu verifizieren.

Der Dreijährige hat nach Angaben der Polizei zwei ältere Schwestern im Alter von 11 und 13 Jahren, die am Morgen wie üblich zur Schule gegangen waren. Falls sie zu Hause übernachtet haben, lässt dies einen Rückschluss auf den Zeitpunkt der Tötung zu.

Die Kinder werden nun von Kriseninterventionsteams und dem Jugendamt betreut.

pad/AP



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