Bistum Trier Priester wegen Missbrauchsvorwurf beurlaubt

Ein katholischer Geistlicher aus Rheinland-Pfalz soll versucht haben, eine minderjährige Person zu missbrauchen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, der Priester ist beurlaubt.

DPA / Patrick Seeger

Einen Tag vor Beginn der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist ein neuer Missbrauchsfall in der katholischen Kirche bekannt geworden. Und das ausgerechnet im Bistum Trier, dessen Bischof Stephan Ackermann bundesweit an der Spitze der Aufklärung der Übergriffe durch Priester und andere Bedienstete steht.

Der Priester ist wegen der Missbrauchsvorwürfe mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Gegen den Geistlichen ermittle die Staatsanwaltschaft wegen versuchten sexuellen Missbrauchs einer "minderjährigen Person", teilte das Bistum Trier mit.

Unklar ist, ob das Opfer männlich oder weiblich ist und ob es sich um ein Kind oder einen Jugendlichen handelt. Dem Bistum zufolge beziehen sich die Vorwürfe nicht auf das Arbeitsumfeld des Pfarrers, es seien auch keine weiteren Vorwürfe gegen den Mann bekannt.

Gemeinde über Vorwürfe informiert

Gegen den Priester sei eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet worden, hieß es seitens des Bistums. Diese ruhe zunächst während der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, hieß es zu dem Fall, über den zuvor der "Trierische Volksfreund" berichtet hatte.

Bis zum Ende der Untersuchung sei es dem Pfarrer verboten, priesterliche Dienste auszuüben, sich im Bereich seiner Pfarreiengemeinschaft aufzuhalten oder Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu haben. Die ehren- oder hauptamtlich in der Pfarrei tätigen Menschen seien über den Vorwurf informiert worden. Um welche Pfarrei es sich handelt, teilte das Bistum nicht mit.

Bischof Ackermann hatte erst vor Kurzem die Gespräche zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt innerhalb der katholischen Kirche fortgesetzt. Sie knüpfen an eine umfassende Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" aus dem September 2018 an.

apr/bbr/dpa



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