Mordversuch an schwer kranker Tochter Vater zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Trier hat einen 63-Jährigen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Der Mann hatte versucht, seine schwer kranke Tochter zu töten.


Ein Vater ist zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden, weil er seine schwer kranke Tochter töten wollte. Das Landgericht Trier sprach den 63-Jährigen des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Der Mann hatte seiner 36 Jahre alten Tochter mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt. Anschließend versuchte er, sich selbst umzubringen.

Die Frau leidet an einer unheilbaren Augenkrankheit mit fortschreitender Erblindung. Zuletzt kamen Angst- und Panikattacken dazu. Ihr Vater hatte zu Prozessbeginn gestanden, dass er seine Tochter töten wollte, um sie von ihrem Leiden zu erlösen. Ihr Zustand sei "immer schlimmer geworden", sagte er. Es sei "irgendwann ein Punkt gekommen, an dem ich gedacht habe, ich muss ihr diesen Wunsch erfüllen, dass sie dieses Leben nicht mehr leben will".

Der 63-Jährige hatte sich seit Jahren intensiv um sie gekümmert. In seiner Einlassung vor Gericht schilderte der Vater unter Tränen, wie die Familie und Ärzte über Jahre versucht hätten, der Frau zu helfen. Irgendwann habe er jedoch "keine Lösung mehr gesehen". Ihm zufolge habe die Tochter gesagt, dass sie nicht mehr so leben wolle - und zudem ihm und der Familie heftige Vorwürfe gemacht.

Die Tochter konnte sich nach der Tat im vergangenen Oktober aus ihrer Wohnung in Trier schleppen. Beide sind körperlich wieder genesen. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Haft gefordert.

wit/dpa



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