Trunkenheit am Steuer Polizei verhaftet früheren Papst-Vertrauten

Als Chef-Sittenwächter der katholischen Kirche wachte Kardinal Levada jahrelang über die Reinheit der Lehre. Jetzt geriet er auf Hawaii mit ganz profanen Gesetzen in Konflikt.
Kardinal Levada: Ärger auf Hawaii

Kardinal Levada: Ärger auf Hawaii

Foto: Ben Margot/ AP/dpa

Kardinal William Joseph Levada war sieben Jahre lang der oberste Sittenwächter der katholischen Kirche. Der 79-jährige US-Amerikaner amtierte von Mai 2005 bis Juni 2012 als Chef der Glaubenskongregation im Vatikan - ein enger Vertrauter von Papst Benedikt XVI. Vor drei Jahren trat Levada in den Ruhestand.

Jetzt ist er mit einem Vorfall in die Schlagzeilen geraten, der mit seiner früheren Rolle nur schwer in Einklang zu bringen ist. Auf Hawaii hat ihn die Polizei verhaftet - weil er betrunken Auto gefahren sein soll. Gegen 500 Dollar Kaution kam Levada zunächst wieder frei. Am 24. September muss er sich vor Gericht verantworten.

Der Kardinal bedauert

In einer Stellungnahme der Erzdiözese San Francisco, die Levada früher leitete, hieß es: Levada bedaure sein mangelndes Urteilsvermögen. Er wolle mit den Behörden zusammenarbeiten. Ein Sprecher der Diözese sagte, Levada sei auf Hawaii im Urlaub, gemeinsam mit anderen Priestern.

Der Vorfall geschah in der vorigen Woche. Der Kardinal saß offenbar allein in einem Wagen, als Streifenbeamten auffiel, dass er auf einem Highway Schlangenlinien fuhr. Eine Polizeisprecherin wollte nach Angaben des TV-Senders NBC  nicht sagen, wie hoch der gemessene Alkoholwert war und ob das Auto abgeschleppt wurde.

Levada stand wegen seines Umgangs mit den sexuellen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in der Kritik. Als Erzbischof in Portland und San Francisco soll er nicht entschlossen genug gehandelt haben. Levada lebt in der Nähe von San Francisco.

sms/AP