Tschechien Krankenpfleger tötete sieben Patienten - lebenslange Haft

Wegen siebenfachen Mordes ist ein 31-jähriger Tscheche zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Darüber hinaus muss der frühere Pfleger den Angehörigen seiner Opfer umgerechnet 111.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.


Prag - Richter Juri Vacek sprach den Mann heute außerdem des zehnfachen Mordversuchs an weiteren Patienten schuldig. Petr Zelenka, 31, injizierte seinen Opfern dem Urteil zufolge zwischen Mai und September 2006 das Medikament Heparin, das massive Blutungen auslöste. Die Patienten erholten sich daher zwar zunächst von schweren Unfällen oder Operationen, gerieten jedoch wegen des Arzneimittels in Lebensgefahr.

Jede andere Strafe wäre blanker "Hohn" gewesen, begründete der Richter Jiri Vacek das Urteil. "Von Krankenhausmitarbeitern wird erwartet, dass sie Patienten helfen, nicht dass sie ihre Wehrlosigkeit ausnützen und sie töten." Der Angeklagte zeigte während der Urteilsverkündung keine Regung. Er hatte zuvor fünf Morde zugegeben und entschuldigte sich dafür bei den Angehörigen seiner Opfer: "Ich weiß nicht, warum ich ihnen Heparin gegeben habe. Ich weiß nicht, was über mich kam." Zuvor hatte Zelenka während des Prozesses erklärt, er habe das Mittel verabreicht, weil er den Wunsch gehabt habe, zu handeln. Von seinem Anwalt wurde Zelenka als "kranker Mensch" bezeichnet.

Der Verurteilte muss den Angehörigen der Todesopfer eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 2,8 Millionen Koruna (111.000 Euro) zahlen. Der Chefarzt des betroffenen Krankenhauses in Havlickuv Brod, rund 100 Kilometer südöstlich von Prag, erklärte, der Mann habe mehr als sechs Jahre dort gearbeitet. Er wurde im September 2006 entlassen und die Polizei über die ungewöhnlichen Todesfälle informiert. Die Festnahme folgte im Dezember 2006.

jdl/AP/AFP



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