Komplott gegen Beamten Mordanschlag mit Insulin - Polizistinnen verurteilt
Zwei Polizistinnen aus Baden-Württemberg sind wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an einem Polizeibeamten zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Die Ehefrau des Opfers soll für zwölf Jahre in Haft, die mitangeklagte Kollegin wegen Beihilfe für fünf Jahre.
Die Richter blieben damit unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, wie das "Schwäbische Tagblatt" berichtet . Die Anklagebehörde hatte für die Ehefrau eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes gefordert, die Komplizin sollte demnach für sieben Jahre in Haft.
Dem Urteil zufolge hatten die beiden Frauen versucht , den ebenfalls als Polizist arbeitenden Mann zu vergiften, wie das Landgericht Tübingen mitteilte. Dazu sollen die 40 Jahre alte Ehefrau und ihre zwei Jahre ältere Kollegin dem Mann eine Überdosis Medikamente verabreicht haben. Der 52-Jährige kam noch rechtzeitig in eine Klinik und überlebte.
Die Ehefrau des Mannes hatte eingeräumt, ihm im Februar in der gemeinsamen Reutlinger Wohnung Insulin gespritzt zu haben, um ihn zu töten. Das Medikament kann einem Gutachter zufolge in hoher Dosierung für jeden Menschen lebensbedrohlich wirken.
Der Anklage zufolge injizierte die Ehefrau dem Opfer drei Milligramm Insulin und gab es als heilungsfördernde Vitaminspritze aus. Zuvor habe sie ihm mit medizinischen Präparaten versetzten Orangensaft verabreicht, um bei ihrem Mann Übelkeit auszulösen.
Als Tatmotiv sah die Staatsanwaltschaft Eheprobleme an. Der Mann soll seiner Ehefrau zufolge damit gedroht haben, sich von ihr zu trennen, sie aus der Wohnung zu werfen und ihr die Kinder zu entziehen. Seine Beschimpfungen, Beleidigungen und Erniedrigungen habe sie nicht mehr ausgehalten. Zudem sei sie überfordert gewesen, weil sie sich allein um Haushalt, Auto, Kinder und Schule habe kümmern müssen.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.