Türkei
Geiselnehmer entführen Fähre mit 21 Menschen an Bord
Vor der türkischen Küste ist es zu einer Geiselnahme gekommen: Einer oder mehrere Unbekannte haben eine Fähre mit 21 Menschen an Bord entführt, der oder die Täter sollen mit der Sprengung des Schiffs drohen. Türkische Medien berichten, es handle sich um eine Aktion von PKK-Anhängern.
Ankara - Im Nordwesten der
Türkei haben ein oder mehrere Geiselnehmer offiziellen Angaben zufolge eine Fähre mit 17 Passagieren und vier Crewmitgliedern in ihre Gewalt gebracht. Einer der Täter habe erklärt, er trage einen Sprengsatz bei sich und werde von vier Komplizen unterstützt, sagte der Bürgermeister von Izmit, Ibrahim Karaosmanoglu, dem türkischen Fernsehsender NTV. Die Besatzung des Schiffes habe ihm dagegen mitgeteilt, es handele sich um einen Einzeltäter.
Türkische Medien wiederum berichteten von insgesamt vier Männern. Genaue Informationen über Identität und Motive gibt es bisher nicht. "Der Entführer der Fähre hat gesagt, dass er ein Mitglied der PKK ist und dass er die Medien darauf aufmerksam machen will", sagte Bürgermeister Karaosmanoglu im Fernsehen. Der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim sagte dem Sender ATV, dass sich einer der "vier oder fünf" Entführer in der Kapitänskabine aufhalte. Bisher hätten die Männer keine Forderungen gestellt - sich aber als Mitglieder der kurdischen Untergrundorganisation
PKK ausgegeben.
Auch der Sender NTV berichtete, es handele sich bei den Männern um PKK-Anhänger. Sie hätten verlangt, mit Medienvertretern zu sprechen. Außerdem haben sie den Angaben zufolge sämtliche Handys der Passagiere eingesammelt.
CNN Türkei berichtete, Sicherheitskräfte stehen für den Fall bereit, dass die Entführer das Schiff zur nahen Insel Imrali im Marmarameer bringen - dort ist der PKK-Chef
Abdullah Öcalan inhaftiert.
Boote der Küstenwache und Helikopter verfolgen die Fähre, die im Golf von Izmit östlich von
Istanbul unterwegs war. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsender TRT gibt es bisher keine Pläne, die Passagiere gewaltsam zu befreien.