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Getötete Studentin 1500 Menschen begleiten Tugce auf ihrem letzten Weg

Bei einer Trauerfeier im hessischen Bad Soden-Salmünster haben mehr als tausend Menschen Abschied von der getöteten Studentin Tugce Albayrak genommen. Anschließend wurde sie in ihrer Geburtsstadt beigesetzt.

Wächtersbach - Anderthalbtausend Menschen haben der getöteten Studentin Tugce Albayrak die letzte Ehre erwiesen. Zuerst hatte es im hessischen Wächtersbach eine Trauerfeier gegeben. Anschließend wurde die junge Frau in ihrer Geburtsstadt Bad Soden-Salmünster nach islamischem Ritus beigesetzt. "Wir sind alle sehr traurig. Das ist eine sehr emotionale Situation für uns", sagte der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins von Wächtersbach, Hakan Akbulut.

Die Studentin war Mitte November vor einem Schnellrestaurant in Offenbach so schwer verletzt worden, dass sie ins Koma fiel und später starb. Bisher ist unklar, ob die Studentin durch einen Schlag des mutmaßlichen Täters oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes tödlich verletzt wurde. Auch eine Obduktion schaffte darüber bislang keine Klarheit. An ihrem 23. Geburtstag vergangenen Freitag wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

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Trauerfeier: Abschied von Tugce Albayrak

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Hätte die Tat verhindert werden können?

Vor der Prügelattacke soll Tugce zwei Mädchen geholfen haben, die von einer Gruppe Männer bedrängt worden sein sollen - das war offenbar der Auslöser für die Tat. Der mutmaßliche Schläger sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der 18-jährige Tatverdächtige soll in der Vergangenheit bereits wegen Körperverletzung belangt worden sein.

"Hätte man diesen Menschen vorher schon ein bisschen mehr wachgerüttelt und ihm klare Grenzen gezeigt, wäre es vielleicht nicht zu dieser Tat gekommen", sagte Tina K. im RBB-Inforadio. Sie ist die Schwester von Johnny K., der 2012 auf dem Berliner Alexanderplatz angegriffen und tödlich verletzt worden war. "Ich schüttle den Kopf, wenn ich höre, dass solche Täter vorher schon auffällig waren."

Jetzt soll in dem Fall zügig Anklage erhoben werden. "In Haftsachen, insbesondere mit Jugendlichen, sollte möglichst innerhalb von sechs Monaten angeklagt werden und die Hauptverhandlung beginnen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Offenbach. Mit dem Ergebnis aller Obduktionsergebnisse sei im Januar zu rechnen.

Weil Albayrak versucht haben soll, einen Streit zu schlichten und deshalb zum Opfer geworden ist, will Bundespräsident Joachim Gauck prüfen lassen, ob sie für ihre Zivilcourage postum mit einem Verdienstorden geehrt werden soll. Die Bundesregierung begrüßt diese Idee. Regierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten "große Sympathie" für die Gedanken, "die der Bundespräsident geäußert hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

jbe/ala/dpa
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