Fall Tugce Albayrak Wichtige Zeuginnen melden sich bei der Polizei

Im Fall der tödlichen Prügelattacke auf Tugce Albayrak kommt die Polizei bei ihren Ermittlungen einen wichtigen Schritt voran. Zwei Zeuginnen haben sich bei den Ermittlern gemeldet.

Tatort in Offenbach: Blumen und Kerzen auf Parkplatz vor Fast-Food-Lokal
DPA

Tatort in Offenbach: Blumen und Kerzen auf Parkplatz vor Fast-Food-Lokal


Offenbach - Nach der tödlichen Attacke auf die Studentin Tugce Albayrak hat die Offenbacher Polizei zwei wichtige Zeuginnen gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, sind es die beiden Mädchen, nach denen die Ermittler seit der vergangenen Woche suchen. Angaben zu den Identitäten machte die Behörde jedoch nicht, um die beiden Jugendlichen zu schützen.

Die Tat fand vor einem Offenbacher Fast-Food-Lokal statt. Tugce Albayrak soll vor der Attacke zwei jungen Mädchen zu Hilfe gekommen sein, die von Männern belästigt wurden. Einer von ihnen soll der spätere Angreifer gewesen sein, der nun in Untersuchungshaft sitzt. Gegen den 18-Jährigen wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Die beiden Mädchen seien durch Bekannte auf den Fall aufmerksam geworden und hätten sich nun bei der Polizei gemeldet, teilte die Staatsanwaltschaft SPIEGEL ONLINE mit.

Bisher ist unklar, ob die Studentin durch den Schlag am frühen Morgen des 15. November tödlich verletzt wurde oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes. Auch eine Obduktion schaffte darüber bislang keine Klarheit: Nach deren vorläufigen Ergebnis starb Tugce Albayrak durch stumpfe Gewalteinwirkung, die sowohl von dem Schlag als auch von dem Aufprall herrühren könne, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die junge Frau war nach dem Vorfall ins Koma gefallen, aus dem sie nicht mehr erwachte. Am Freitagabend wurden in der Klinik die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet, nachdem zwei Tage zuvor der Hirntod festgestellt worden war.

Die junge Frau soll am Mittwoch auf dem Friedhof von Bad Soden-Salmünster in Hessen beigesetzt werden. Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte den Termin, eine genaue Uhrzeit nannte er nicht.

Rund 1500 Menschen hatten sich am Freitag in einer bewegenden Feier vor der Klinik von der Studentin verabschiedet. Bundespräsident Joachim Gauck will prüfen lassen, ob Tugce einen Verdienstorden bekommen soll. In Berlin versammelten sich am Sonntag etwa 150 Menschen, um an die junge Frau zu erinnern. Auf Schildern standen Sätze wie "Menschen wie dich braucht die Welt" oder "Unsere Heldin".

wit/dpa

insgesamt 131 Beiträge
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yeyo 01.12.2014
1. ...
bitte ein bundesverdienstkreuz an den jungen mann, der den täter nachweislich stoppen wollte, aber leider nicht konnte.
jean1057 01.12.2014
2. Unklar ?
"Bisher ist unklar, ob die Studentin durch den Schlag am frühen Morgen des 15. November tödlich verletzt wurde oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes." Was soll jetzt diese Relativierung ? Das Mädchen wurde geschlagen und deshalb ist sie mit dem Kopf aufgeschlagen. Ohne Schlag wäre sie nicht gefallen ! Das ist schwere Körperverletzung mit Todesfolge..ganz einfach!!
tibetan 01.12.2014
3. ........
Zitat " Bisher ist unklar, ob die Studentin durch den Schlag am frühen Morgen des 15. November tödlich verletzt wurde oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes " Wo ist da der Unterschied ? Hätte der Angreifer nicht zugeschlagen würde Tugce noch leben.
misterknowitall 01.12.2014
4.
Hoffentlich geht der Schläger sehr lange in den Knast. Hat er wahrscheinlich nicht so gewollt, dass Sie stirbt, aber damit muss man eben rechnen, wenn man zuschlägt. Ein mildes Urteil wäre ein großer Fehler und hätte eine völlig falsche Signalwirkung.
lupusyonderboy 01.12.2014
5. schwer verständlich
Klar, wir leben in einem Rechtsstaat mit klar definierten und abgegrenzten Tatbeständen und den dazugehörigen Merkmalen. Für mich persönlich und ganz unjuristisch: Wer einem Menschen derart an den Kopf schlägt, dass dieser direkt zu Boden geht, der muss damit rechnen, dass es zu erheblichen und sogar tödlichen Verletzungen kommen kann. Der Tod ist mindestens biligend in Kauf genommen. Im Afekt war die Tat auch nicht, nachdem der Täter ja offenbar warten musste und auch noch zum einlenken aufgerufen wurde (immer wieder). Bleibt noch die Frage, was als Motiv anzunehmen ist - aber dass es nicht mindestens Tootschlag oder gar Mord ist, verstehe, wer wolle. Zumal der "Tatverdächtige" ja einschlägig vorbestraft ist. Der Graus: (Schwere) Körperverletzung, Jugendstrafrecht, ggf. mildende Umstände wegen Drogen (reine Unterstellung) --> Keine 5 Jahre Jugendstrafe. Das Mädel ist für immer tot.
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