Tod von Tugce Albayrak Schläger Sanel M. war betrunken

Als er Tugce Albayrak niederschlug, war Sanel M. schwer alkoholisiert - noch Stunden später hatte er 1,4 Promille Alkohol im Blut. Der SPIEGEL rekonstruiert die Biografie eines jungen Mannes, bei dem die Integration verheerend scheiterte.
Tugce Albayrak: Der mutmaßliche Täter hatte 1,4 Promille Alkohol im Blut

Tugce Albayrak: Der mutmaßliche Täter hatte 1,4 Promille Alkohol im Blut

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Offenbach - Der 18-Jährige, bei dessen Attacke die türkischstämmige Studentin Tugce Albayrak zu Tode kam, war bei der Tat erheblich alkoholisiert. Ein von der Polizei durchgeführter Alkoholtest um 6 Uhr morgens, rund zwei Stunden nach der Tat, ergab einen Wert von rund 1,4 Promille. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Gleichwohl soll er noch in der Lage gewesen sein klar zu sprechen.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.

Die Jugendlichen-Gruppe um den mutmaßlichen Täter Sanel M. hatte zuvor in Offenbach zur Feier seines 18. Geburtstags in einem als Balkan-Diskothek bekannten Klub unter anderem Whiskey getrunken. Später begaben sie sich zum Tatort, den Parkplatz eines Offenbacher McDonald's-Restaurants.

Sanel M. blickt auf eine Biografie als Schulversager zurück. So hatte er zunächst ein Gymnasium besucht und galt als ehrgeizig. Nachdem seine Leistungen nicht ausgereicht hatten, musste er auf eine Realschule wechseln, nach zwei Jahren schließlich 2012 in eine gewerblich-technische Schule. Dort durchlief Sanel M. ein Jahr, das ihn auf einen Beruf vorbereiten sollte. Er schwänzte aber wiederholt und zeigte bei einem Praktikum in einer Autowerkstatt nach Angaben der Mitarbeiter kaum Interesse.

Die Mutter klagte, Sanel lasse sich nichts mehr sagen, erinnerte sich ein früherer Lehrer von ihm. Gleichzeitig geriet der Jugendliche zunehmend mit dem Gesetz in Konflikt. Sein Strafregister verzeichnet vier Verurteilungen, zwei im Jahr 2012, zwei weitere im Jahr 2014. Dabei ging es zunächst um einen versuchten gemeinsamen Diebstahl und eine gefährliche Körperverletzung.

Im laufenden Jahr kam eine weitere Verurteilung wegen gemeinschaftlicher räuberischer Erpressung hinzu, weil Sanel M. mit anderen Jugendlichen die Herausgabe von Handys verlangt haben soll. Außerdem verurteilt wurde er wegen schweren Diebstahls, nach einem Einbruch in einen Kiosk.

Obwohl Sanel M. in Offenbach geboren wurde, soll er sich gegenüber Freunden als "Sandschakaner" bezeichnet haben, nach der Region Sandschak, woher seine Eltern stammen. Sandschak umfasst unter anderem den Südwesten Serbiens. Der Anwalt von Sanel M. wollte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht äußern.

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