Turin Frau 25 Jahre lang von Vater und Bruder vergewaltigt

Ein Vierteljahrhundert war sie Höllenqualen ausgesetzt und in einem fensterlosen Raum eingesperrt: Eine heute 34-jährige Frau in Turin ist 25 Jahre lang von ihrem Vater und ihrem Bruder sexuell missbraucht worden.


Rom - Nach dem Inzestfall von Amstetten wird Italien von einem ähnlichen Fall erschüttert: Die Polizei in Turin nahm nach Angaben vom Freitag einen Familienvater fest, der seine Tochter 25 Jahre lang gefangengehalten und vergewaltigt haben soll. Die heute 34-jährige Frau durfte ihr fensterloses Zimmer demnach nur in Begleitung ihres Vaters verlassen. Außerdem habe der 63-Jährige seinen Sohn dazu verleitet, die eigenen Töchter ebenfalls zu vergewaltigen und zu misshandeln, berichtete "La Repubblica".

Ein Fluchtversuch der jungen Frau scheiterte 1994, berichtete die Turiner Zeitung "La Stampa". Ihr Vater begleitete sie zur Polizei, wo sie Anzeige wegen sexueller Nötigung erstattete, allerdings gegen einen Onkel. Ein Polizeipsychologe nannte ihre Anschuldigungen damals unglaubwürdig, die Anzeige wurde fallengelassen.

Die Ermittlungen begannen dem Zeitungsbericht zufolge erneut im Oktober 2008: Damals habe die 34-Jährige zunächst Anzeige wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung gegen ihren Bruder erstattet, zu dem sie nach einem Streit mit ihrem Vater geflohen war. Die Frau, der die italienische Presse den fiktiven Namen "Laura" gab, sei seit ihrem neunten Lebensjahr von ihrem Vater regelmäßig vergewaltigt worden. Ab dem 13. Lebensjahr habe er sie nicht mehr in die Schule gelassen. Der Vater, ein Hausierer, habe sich auf ein "Familiengesetz" berufen, demzufolge ihm die älteste Tochter "versprochen" war.

Der heute 40-jährige Bruder ist ebenfalls in Haft. Er soll seine vier Töchter im Alter von sechs, acht, zwölf und zwanzig Jahren vergewaltigt und misshandelt haben. Den Ermittlern zufolge zwang er sie außerdem, ihm beim Geschlechtsverkehr zuzusehen.

jjc/dpa/AFP



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