Tuttlingen Brand in von Türken bewohntem Haus

Ein überwiegend von türkischen Familien bewohntes Haus ist in der Nacht zum Freitag in Aldingen im Kreis Tuttlingen ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung: Es wurden drei Brandstellen gefunden.

Tuttlingen - Die Ermittler gehen daher von Brandstiftung aus, sehen aber keinen fremdenfeindlichen Hintergrund. "Bisher haben wir dafür keine Hinweise oder Spuren und schließen das stark aus", sagte Polizeisprecher Wolfgang Schoch SPIEGEL ONLINE.

Nach Angaben der Polizei entdeckte ein Schichtarbeiter das Feuer, das gegen 1.20 Uhr an mehreren Stellen ausgebrochen war. Der Mann klingelte mit Hilfe der von ihm informierten Nachbarn alle 14 Bewohner des brennenden Hauses aus dem Schlaf. "Die Bewohner konnten in den letzten Minute gerettet werden, denn aus dem kleinen Feuer hat sich schlagartig ein Vollbrand entwickelt", erklärte Schoch. Es habe in einer Kammer im Haus, am Dachgiebel und vor dem Haus in einer Mülltonne gebrannt.

Das Feuer habe sich an der Außenwand von unten nach oben ausgeweitet und vom Dachgeschoss nach innen. Alle Hausbewohner, darunter auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 3 und 16 Jahren, konnten sich in Sicherheit bringen. Bis auf sechs Bewohner kamen alle noch in der Nacht bei Verwandten und Bekannten unter.

Das Wohnhaus sei komplett ausgebrannt und nicht mehr bewohnbar. Der genaue Schaden war zunächst unbekannt. "Wir ermitteln auf Hochtouren, gerade nach dem verheerenden Brand in Ludwigshafen", sagte Schoch SPIEGEL ONLINE.

Vor eineinhalb Wochen waren im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen neun Türken beim Großbrand eines Wohnhauses getötet worden. Die Ursache dieses Brands ist noch ungeklärt.

Wie in Ludwigshafen handelt es sich auch in Aldingen um ein älteres Gebäude, in dem viel Holz verbaut wurde. Unter anderem war die Fassade mit Holzschindeln verkleidet, unter denen sich das Feuer vom Erdgeschoss nach oben fraß.

jjc/AP/dpa