Überfall auf Goldtransporter Deutsche Fahnder schnappen Verdächtige im Irak

Sie überfielen einen Goldtransporter in Ludwigsburg, jetzt sind offenbar auch die letzten flüchtigen Mitglieder der Räuberbande in Gewahrsam: Fahnder des Landeskriminalamts Baden-Württemberg folgten ihren Spuren über Russland bis in den Irak - und schlugen dann zu.


Ludwigsburg - Es war ein besonders dreister Raub: Mehrere Männer hatten am 15. Dezember 2009 bei Ludwigsburg einen Goldtransporter überfallen. Dabei erbeutete die Bande Schmuck und Zahngold im Wert von 1,8 Millionen Euro. Die Täter hatten den Transporter gekapert, indem sie sich als Steuerfahnder ausgaben, das Fahrzeug so von der Autobahn lotsten und es anschließend für beschlagnahmt erklärten. Knapp fünf Monate nach dem Raub haben Ermittler die drei übrigen Mitglieder der mutmaßlichen Täterbande festgenommen.

Die Männer im Alter zwischen 26 und 28 Jahren hatten sich in den Irak abgesetzt, wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg am Montag mitteilten. Damit sind sechs Verdächtige in Untersuchungshaft. Von der Millionenbeute fehlt allerdings nach wie vor jede Spur.

Die Zielfahnder des LKA hatten die Spuren des Trios den Angaben zufolge zunächst bis nach Russland und schließlich in den Irak verfolgt. Dort konnten die drei Tatverdächtigen bereits im März verhaftet werden. Am vergangenen Sonntag trafen die Männer schließlich in Deutschland ein.

Bereits im Februar hatte die Polizei nach Durchsuchungen in Bonn, Meckenheim, Rheinbach und Wesseling in Nordrhein-Westfalen vier Tatverdächtige festgenommen. Sie sind teilweise wieder auf freiem Fuß.

Anfang März war ein 22-Jähriger in Meckenheim in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Darüber hinaus befindet sich ein weiterer Verdächtiger in Haft. Die Fahnder hatten zunächst eine achtköpfige Bande verdächtigt: sechs Männer türkischer, jordanischer und iranischer Staatsangehörigkeit sowie zwei Deutsche.

Für Hinweise, die zum Auffinden der Beute führen, hat das betroffene Unternehmen eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro ausgesetzt.

wit/ddp



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