Überfall in Kreuzberger Schule Maskierte stechen auf Schüler ein

Ein neuer Fall von Gewalt in Berlin: In Kreuzberg sind acht zum Teil Maskierte in eine Schule eingedrungen, lockten einen 16-jährigen Jungen aus dem Unterricht und stachen auf ihn ein. Die anderen Schüler und Lehrer wurden bedroht.

Berlin - Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag in der Eberhard-Klein-Oberschule in der Skalitzer Straße in Berlin-Kreuzberg. "Gegen viertel nach drei klopfte einer der Täter an die Tür des Physikraums, in dem Unterricht stattfand, und fragte gezielt nach dem türkischstämmigen Opfer", so ein Polizeisprecher zu SPIEGEL ONLINE.

Hinter der Tür warteten sieben weitere Komplizen. Sie waren maskiert. Als der Zehntklässler sie beim Verlassen des Raumes erblickte, flüchtete er in ein anderes Klassenzimmer. Die Bande hinderte die anderen Schüler und den Lehrer mit Besenstielen daran, den Physikraum zu verlassen. "Einige der Täter sind dem Opfer in den anderen Raum gefolgt", so die Polizei zu SPIEGEL ONLINE.

Dort hätten die teilweise maskierten Täter mehrfach mit Messern auf ihr Opfer eingestochen. Der junge Mann sowie ein verletzter Lehrer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, die Täter konnten fliehen. Nach Angaben eines Polizeisprechers dauerte der Vorfall nur wenige Minuten. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen, die Schüler wurden nach Hause geschickt. Der stellvertretende Schulleiter wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Ein Basketballtrainer, der mit mehreren Jugendlichen gegen Abend noch in dem Sporttrakt der Schule war, berichtete, er habe gesehen, wie die Täter nach dem Vorfall über den Schulhof flüchteten. "Zwei von ihnen hatten noch Skimützen auf, die anderen waren nicht mehr maskiert", sagte er. Die Polizei vermutet, dass es sich bei den Tätern nicht um Schüler der Schule handelt.

Erst gestern war bei einer Schlägerei mit rund 60 Jugendlichen an einer Schule in Tempelhof ein 15-Jähriger verletzt worden. Das Opfer nannte Streitigkeiten zwischen den Schülern der Friedrich-Bergius-Schule und der Hugo-Gaudig-Realschule als Grund für die Auseinandersetzung. Die 60 Oberschüler arabischer und türkischer Herkunft hatten den Deutschtürken vor der Realschule verprügelt.

han/anr