Überfall in München Schweizer Schüler schlugen auch Behinderten zusammen

Erschreckende Details des "Amoklaufs ohne Waffen" einer Schweizer Schülergruppe in München: Die Jugendlichen prügelten demnach auch drei Mazedonier nieder - einer von ihnen war körperbehindert. Die Polizei hat den Ablauf der brutalen Übergriffe in München weitgehend aufgeklärt.


München - Was die Schweizer Jugendlichen antrieb, während ihrer Klassenfahrt nach München mehrere Menschen zusammenzuschlagen, ist noch immer völlig unklar. Was genau sich in der vergangenen Woche abspielte, steht indes fest. Die Polizei hat den Ablauf des Abends weitgehend aufgeklärt.

Tatort Sendlinger Tor in München: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes
REUTERS

Tatort Sendlinger Tor in München: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

Die Beamten ermittelten dabei drei weitere Opfer der Schweizer Schüler: Es handele sich um mazedonische Staatsangehörige im Alter von 43 bis 64 Jahren, teilte die Polizei am Montag mit. Besonders bestürzend sei, dass unter ihnen auch ein behinderter Mann gewesen sei. Auch in diesen drei Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Die drei 16-jährigen Schüler sitzen seit vergangener Woche in Untersuchungshaft.

Den Ermittlungen zufolge verbrachten die Beschuldigten den Tatabend am vergangenen Dienstag vor ihren Angriffen Alkohol trinkend und Marihuana rauchend in einem kleinen Park.

Noch in diesem Park hätten zwei 16-Jährige eine Gruppe von drei arbeitslosen Männern aus Mazedonien angegriffen und sie mit Faustschlägen und Fußtritten gegen den Kopf traktiert.

Dabei habe die Schüler auch nicht abgeschreckt, dass einer der Männer erkennbar körperbehindert sei, sagte ein Polizeisprecher. Obwohl zwei der Opfer bewusst- und regungslos am Boden lagen, kümmerten sich die Jugendlichen nicht um sie.

Es folgte der Angriff auf einen 46-jährigen Versicherungskaufmann, an dem laut Polizei drei 16-Jährige beteiligt waren. Einer der Jugendlichen habe den Mann aus Nordrhein-Westfalen niedergeschlagen, die beiden anderen traten daraufhin auf ihr am Boden liegendes Opfer ein.

Der schwer am Kopf verletzte Mann kann sich nicht mehr an die Angriffe erinnern, seine Behandlung wird den Angaben zufolge noch einige Zeit dauern. Auf dem Weg zurück zu ihrer Unterkunft schlugen die drei 16-Jährigen noch grundlos einen Studenten nieder.

Während die drei Haupttäter wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft bleiben, ergab sich bei einem 15-jährigen und einem 17-jährigen Schüler nur eine geringe oder nicht nachweisbare Tatbeteiligung, teilte die Polizei mit. Sie kehrten inzwischen mit ihrer Klasse in die Schweiz zurück.

Die Gruppe war im Rahmen ihrer Abschlussfahrt nach München gekommen. Staatsanwalt Laurent Lafleur hatte die Prügelattacken der Jugendlichen in der vergangenen Woche als "Amoklauf ohne Waffen" bezeichnet.

han/AFP/dpa



insgesamt 127 Beiträge
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xysvenxy 06.07.2009
1. Das mit der Kifferei versteh ich nicht
Komische Sache... vielleicht sollte man die Täter auch mal dahingehend untersuchen ob vielleicht noch etwas anderes als nur Alkohol und Marihuana im Spiel war? Normalerweise macht diese Kombination noch träger als der alleinige Genuss von Gras... Ich würde mal stark auf Amphetamin tippen, das macht aggressiv, besonders im Zusammenhang mit Alkohol.
john mcclane, 06.07.2009
2. Richtig
Zitat von xysvenxyKomische Sache... vielleicht sollte man die Täter auch mal dahingehend untersuchen ob vielleicht noch etwas anderes als nur Alkohol und Marihuana im Spiel war? Normalerweise macht diese Kombination noch träger als der alleinige Genuss von Gras... Ich würde mal stark auf Amphetamin tippen, das macht aggressiv, besonders im Zusammenhang mit Alkohol.
Das hat mich auch gewundert, Alkohol und Hasch zusammen ergibt doch eine sehr einschläfernde Mischung. Leute die diese Mischung intus haben, gehen einem zwar schwer auf die Nerven weil sie unfaßbar dummes Zeug faseln, allerdings pennen sie auch früher oder später einfach ein. Denke auch, die Täter haben sich noch irgendwas anderes in die Birne geknallt. Interessant aber auch, das die Münchner Polizei eine schwere Straftat mal wieder zügig aufgeklärt hat. Jetzt noch die Täter die volle Härte des Gesetzes spüren lassen, am besten nach Erwachsenen-Strafrecht, auch wenn ich befürchte, das das bei 16-jährigen eher nicht zur Anwendung kommt.
rebound68 06.07.2009
3. Unerheblich
Zitat von xysvenxyKomische Sache... vielleicht sollte man die Täter auch mal dahingehend untersuchen ob vielleicht noch etwas anderes als nur Alkohol und Marihuana im Spiel war? Normalerweise macht diese Kombination noch träger als der alleinige Genuss von Gras... Ich würde mal stark auf Amphetamin tippen, das macht aggressiv, besonders im Zusammenhang mit Alkohol.
Den Opfern wird es weitghend Wurscht sein, womit genau die Typen sich dumm gemacht haben... M.E. sollte Drogenkonsum keinen Einfluß auf das zu erwartende Strafmaß haben. Wer sich selbst so über den Jordan manövriert, dass er sich nicht mehr unter Kontrolle hat, hat doch zumindest diesen Zustand selbst verschuldet. Er sollte deshalb auch die vollen Konsequenzen seiner Taten tragen.
Lorne, 06.07.2009
4. Obs hilft?
Ich glaube wer menschlich derart degeneriert ist, das er auf hilflose Menschen eintritt und auch vor Alten, Wehrlosen und Behinderten nicht halt macht, braucht keine Drogen um sich in einen gewaltrausch zu versetzen. Genauso wage ich zu bezweifeln das eine Strafe, und sei sie noch so hart, irgend etwas an diesen Kreaturen verändert. Sie werden immer so bleiben: Gewaltätig, ohne jeden Respekt und somit eine Gefahr. Leider.
kdshp 06.07.2009
5. aw
Zitat von xysvenxyKomische Sache... vielleicht sollte man die Täter auch mal dahingehend untersuchen ob vielleicht noch etwas anderes als nur Alkohol und Marihuana im Spiel war? Normalerweise macht diese Kombination noch träger als der alleinige Genuss von Gras... Ich würde mal stark auf Amphetamin tippen, das macht aggressiv, besonders im Zusammenhang mit Alkohol.
Hallo, da ist schon was dran so lese ich über "Marihuana" immer wieder das es antriebslos und träge macht.
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