Überlingen-Absturz Mitarbeiter der Flugsicherung angeklagt

Vier Jahre nach dem Flugzeugunglück von Überlingen müssen sich acht Mitarbeiter der Schweizer Flugsicherung Skyguide vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Winthertur wirft ihnen fahrlässige Tötung vor.


Winterthur - Zudem sind die Mitarbeiter angeklagt, den öffentlichen Verkehr fahrlässig gestört zu haben, teilte der Staatsanwalt Bernhard Hecht heute mit. Er beantragte Freiheitsstrafen von sechs bis 15 Monaten. Die Angeklagten weisen die Verantwortung für das Unglück zurück. Ein Prozesstermin steht bislang nicht fest.

Flugzeugabsturz von Überlingen: Folge einer tragischen Fehlerkette
AP

Flugzeugabsturz von Überlingen: Folge einer tragischen Fehlerkette

Erst vor kurzem hatte das Konstanzer Landgericht geurteilt, dass der Bund für das Unglück haften muss. Dem Urteil zufolge hätten schwere Fehler bei Skyguide zu dem Flugzeugabsturz geführt. Weil das Unternehmen die Flugsicherung im Auftrag der Bundesregierung ausgeübt habe, müsse der Bund im Rahmen der Amtshaftung auch für die Schäden einstehen. Dabei geht es um Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Am 1. Juli 2002 waren bei Überlingen am Bodensee ein Passagierflugzeug der Bashkirian Airlines und eine DHL-Frachtmaschine zusammengestoßen. 71 Menschen, darunter zahlreiche Kinder aus Baschkirien, kamen bei dem Absturz ums Leben.

aki/AP/dpa/AFP



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