Skandal in Uganda Läuferinnen fürchten HIV-Infektion nach Missbrauch durch Nationaltrainer

Die Angst ist groß bei den Leichtathletinnen Ugandas: Ein Trainer soll mehrere Läuferinnen sexuell missbraucht haben. Jetzt wurde bekannt, dass er offenbar HIV-positiv ist.


Der Fall klingt ungeheuerlich: Leichtathletik-Nationaltrainer Peter Wemali aus Uganda soll mehrere seiner Läuferinnen missbraucht haben. Und offenbar ist der Mann mit dem HI-Virus infiziert, das Aids hervorrufen kann. Nun geht in Ugandas Leichtathletik die Furcht vor einer weitreichenden HIV-Infektion um.

"Viele unserer Kollegen müssen infiziert sein", sagte Top-Athlet Moses Kipsiro, der im vergangenen Jahr die 10.000 Meter bei den Commonwealth Games in Glasgow gewonnen hatte. "Gott soll gnädig zu uns sein." Kipsiro, der die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte, fordert nun umfassende HIV-Tests.

Im Frühjahr 2014 war bekannt geworden, dass der Coach mehrere Langstreckenläuferinnen zum Sex genötigt haben soll. Er hatte ihnen erklärt, dass sie dann schneller laufen könnten. Gegen Wemali wurde inzwischen Anklage erhoben - aber erst, nachdem drei minderjährige Läuferinnen Anfang April vor einer Kommission ausgesagt und die Vorwürfe bestätigt hatten.

Der Coach soll die jungen Sportlerinnen gezwungen haben, mit ihm zu schlafen - mit Drohungen, sie aus dem Team zu werfen, und mit der Begründung, dass sich eine Schwangerschaft mit anschließender Abtreibung positiv auf ihre sportlichen Leistungen auswirken würde.

In der vergangenen Woche wurde die Anklage wegen sexuellen Missbrauchs gegen Wemali erweitert, wie die ugandische Zeitung "Daily Monitor" berichtete. Weil medizinische Untersuchungen zeigten, dass bei dem Coach der HI-Virus festgestellt worden sei. Die drei jungen Sportlerinnen wurden demnach von ihrem Trainer infiziert.

Tunde Musawo, ein Sport-Funktionär des Kapchorwa-Districts, sagte zur Situation: "Die Zahl der Infizierten könnte sehr hoch sein. Es ist sehr besorgniserregend."

wit/sid

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