Früherer Bayern-Manager Uli Hoeneß beantragt vorzeitige Haftentlassung

Seit Juni 2014 sitzt Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in Haft. Dreieinhalb Jahre brummten die Richter dem Ex-Bayern-Manager auf - doch womöglich kommt er deutlich früher frei.

Uli Hoeneß: Weihnachten zu Hause
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Uli Hoeneß: Weihnachten zu Hause


Uli Hoeneß hat beim Landgericht Augsburg seine vorzeitige Haftentlassung beantragt. Das Gericht teilte mit, ein entsprechender Antrag auf Halbstrafe sei eingegangen. Stimmt die Behörde zu, würde die Reststrafe für den ehemaligen Manager des FC Bayern zur Bewährung ausgesetzt - er käme am 29. Februar frei.

Hoeneß war im März 2014 vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Juni 2014 trat er die Strafe an. Dem Strafgesetzbuch zufolge kann ein Gericht nach der Hälfte einer verbüßten Freiheitsstrafe den Rest zu Bewährung aussetzen. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Verurteilte zum ersten Mal eine Freiheitsstrafe absitzt.

Entscheidung wohl im Januar

Das Gericht teilte mit, man werde Hoeneß anhören und danach entscheiden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Mit einer Entscheidung sei frühestens Mitte Januar zu rechnen.

Hoeneß ist bereits seit Anfang des Jahres Freigänger und arbeitet in der Jugendabteilung des FC Bayern. Zum Schlafen muss er in der Woche in die Zelle zurückkehren. Freigänger in Bayern haben bis zu 21 Tage Urlaub und können Wochenenden bei ihren Familien verbringen.

Zu Beginn der Woche spendete Hoeneß bei einer vorweihnachtlichen Radio-Aktion 10.000 Euro. Es fließt in eine Stiftung, die Bedürftigen in sozialen Notlagen hilft. Hoeneß sagte, er habe sich zu der Spende entschlossen, weil er und seine Frau sich in diesem Jahr nichts schenken - "weil ich ja zu Hause sein kann, und das ist Geschenk genug".

sms/dpa



insgesamt 167 Beiträge
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paulvernica 22.12.2015
1. Sein gutes Recht
Jeder Verurteilte kann dies tun. Allerdings bekommen soweit ich weiss die wenigsten Halbstrafe. 2/3 ist normal bei Ersttätern mit vernünftiger Sozialprognose. Und ich bin kein Hoeness Fan
pauschaltourist 22.12.2015
2.
Zusammengefasst geht aus dem Artikel also hervor, dass er seit Anfang des Jahres quasi bereits "frei" ist Unf Hafturlaub ist so ziemlich das amüsanteste, das unsere Justiz hervorgebracht hat :)
marcnu, 22.12.2015
3. Steuerhinterziehung ist lukrativ
Man wird mit gar keinen oder nur geringen Strafen rechnen müssen. Bei Gefänginsstrafen muss man auch nur die Hälfte absitzen. Daher lohnt es sich, einfach mal abzuwarten, ob man erwischt wird.
chico 76 22.12.2015
4. Schade dass er nicht noch
früher freikommt, im Knast bringt er niemanden etwas. Bestraft wurde er schon vorher, durch die gesetzeswidrigen Veröffentlichung und anschliessender Medienhatz mit mittelalterlichen Prangermethoden.
Referendumm 22.12.2015
5.
Zitat von pauschaltouristZusammengefasst geht aus dem Artikel also hervor, dass er seit Anfang des Jahres quasi bereits "frei" ist Unf Hafturlaub ist so ziemlich das amüsanteste, das unsere Justiz hervorgebracht hat :)
Und wenn man gemein ist, könnte man denken, dass die (kurze) Zeit im Knast lediglich eine staatlich verordnete und kontrollierte Fastenkur war. Den Uli bekommen wir jetzt völlig runderneuert in alter Stärke wieder. Immerhin hat der gute Uli die Vorwürfe der Steuerhinterziehung ja auch nur auf seine Kappe genommen. Drahtzieher waren schließlich ganz andere - siehe betreffende Nachrichten in schweizer Medien.
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