Ulm Lebenslange Haft für Rachemord an 19-Jährigem

Im Prozess um einen "Blutrache"-Mord ist ein 47-jähriger Mann in Ulm zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Onkel des Opfers soll vor 19 Jahren in Albanien einen Mann getötet haben.

Angeklagter im Landgericht in Ulm
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Angeklagter im Landgericht in Ulm


Rund zwei Jahre nach dem Mord an einem 19-Jährigen hat das Landgericht Ulm einen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Die "akribische Beweisführung" durch die Ermittler habe die zentrale Tatbeteiligung eines 47-jährigen Angeklagten überzeugend nachgewiesen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Das Gericht folgte damit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Das Urteil gegen den in Albanien geborenen Deutschen ist noch nicht rechtskräftig (Aktenzeichen: 21 Js 10854/17).

Ein weiterer Tatverdächtiger aus Albanien sei bislang flüchtig.

Das Motiv der beiden sei Rache für den Tod eines in Albanien im Jahr 2000 erschossenen Mannes gewesen, so der Richter. Der getötete 19-Jährige sei der Neffe des damaligen Täters gewesen. Die Tat habe eine ganze Reihe von "Blutrache"-Morden ausgelöst.

Der 19-Jährige war im April 2017 an einen See in der Nähe von Ulm gelockt und dort mit mindestens acht Hammerschlägen auf den Hinterkopf getötet worden. Anschließend sei der Tote in eine Plane gewickelt, mit einem Betonteil verbunden und im See versenkt worden. Die Leiche trieb dennoch nach einiger Zeit wieder an die Wasseroberfläche, wo Zeugen sie entdeckten.

Die Verteidigung hatte argumentiert, der 47-Jährige habe lediglich "Handlangerdienste" für den eigentlichen Mörder geleistet. Wer die tödlichen Hammerschläge ausgeführt habe, sei unerheblich, sagte der Richter. Beide hätten in klarer Mordabsicht gehandelt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Onkel des Opfers sei vor 19 Jahren in Albanien getötet worden. Der Onkel war jedoch der Täter in dem damaligen Mordfall. Wir haben die Stellen im Text korrigiert.

cop/dpa



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