Frankreich Rollerfahrer erschießt zwei Soldaten

Sie waren außer Dienst, als der Täter das Feuer eröffnete: Ein Unbekannter hat in Frankreich zwei Soldaten erschossen, ein dritter wurde schwer verletzt. Der Schütze flüchtete auf einem Motorroller.

AFP

Paris - Im Südwesten Frankreichs hat ein Unbekannter auf offener Straße eine Gruppe von Soldaten beschossen und zwei davon getötet. Ein dritter Armeeangehöriger wurde bei dem Vorfall in der Stadt Montauban durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Der 28-Jährige erlag aber nicht seinen Verletzungen, wie das Verteidigungsministerium zunächst bestätigt hatte. "Das dritte Opfer befindet sich in einem lebensgefährlichen Zustand, lebt aber", sagte eine Militärsprecherin. Der Verletzte wurde mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Toulouse gebracht. Die getöteten Soldaten waren nach Angaben der Polizei 26 und 24 Jahre alt.

Die Tat habe sich gegen 14.10 Uhr in einem Geschäftsviertel ereignet, hieß es von der zuständigen Präfektur. Der Sender LCI berichtete, die drei uniformierten Soldaten hätten gerade Geld an einem Bankautomaten abheben wollen, als auf sie das Feuer eröffnet wurde. Dagegen teilte die Polizei mit, es sei noch nicht klar, ob die Soldaten gerade Geld am Bankautomaten abhoben oder aus einem Geschäft kamen. Die Polizei fand am Tatort mehr als ein Dutzend Patronenhülsen. Offenbar waren die uniformierten Opfer unbewaffnet.

Der Schütze fuhr den Angaben zufolge einen schwarzen Motorroller und trug einen Helm mit verdunkeltem Visier. Nach dem Täter wird gefahndet, eine konkrete Spur gibt es aber noch nicht. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften sei im Einsatz. Zu den Hintergründen der Tat gebe es noch keine Informationen, hieß es. Nach ersten Ermittlungen hatte der Täter vermutlich keine Komplizen.

Verteidigungsminister Gérard Longuet sprach den Angehörigen in einer Erklärung sein Beileid aus. In Montauban befindet sich eine Fallschirmjäger-Garnison. Die Soldaten gehören dem 17. Regiment der Truppe an. Die unter anderem auf Häuserkampf und Minen-Entschärfung spezialisierte Einheit kommt regelmäßig im Ausland zum Einsatz, etwa in Afghanistan oder im Libanon.

Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage. Bereits am 11. März war in einem Stadtviertel in Toulouse ein französischer Soldat, der nicht im Dienst war, von einem Motorradfahrer erschossen worden. Der Soldat, der ebenfalls einem Fallschirmjäger-Regiment angehörte, wurde durch einen Kopfschuss getötet. Aus Polizeikreisen hieß es aber, es könne kein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen hergestellt werden.

ulz/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.