Antiterroreinheit Ungarn lässt Panzer vor Weihnachtsmärkten auffahren

Die Terrorgefahr in Ungarn gilt als sehr gering. Dennoch lassen die Behörden jetzt Weihnachtsmärkte in Budapest mit Radpanzern bewachen. Ein Kritiker sieht "Orbáns idiotisierende Propaganda in ihrer vollen Pracht".
Weihnachtlich dekorierte Straßenbahn in Budapest

Weihnachtlich dekorierte Straßenbahn in Budapest

Foto: LASZLO BALOGH/ REUTERS

In der ungarischen Hauptstadt Budapest sind am Sonntag Radpanzer der Antiterroreinheit TEK aufgefahren, um die Weihnachtsmärkte der Hauptstadt gegen Anschläge zu sichern. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder der schwer bewaffneten Schützenpanzer vom russischen Typ BTR-80 auf dem Vörösmarty-Platz und nahe der Basilika im Zentrum der ungarischen Hauptstadt. "Ziel der Maßnahme ist die Demonstration von Stärke, womit auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung auf dem gegenwärtigen Stand erhalten werden soll", zitierte der Bericht das Innenministerium.

Seit dem islamistischen Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz im vergangenen Jahr werden auch in Deutschland Weihnachtsmärkte schärfer bewacht. Das Terrorrisiko in Ungarn gilt allerdings als ausgesprochen niedrig. Das Land hat praktisch keine Zuwanderer mit möglichem islamistischen Hintergrund, gegen Asylsuchende schottet es sich ab.

Oppositionelle kritisierten den vorweihnachtlichen Panzereinsatz als unnötige Machtdemonstration des rechts-nationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. "Orbáns idiotisierende Propaganda in ihrer vollen Pracht", twitterte der bekannte Journalist Janos Szeky. "Belustigte Touristen machen Selfies."

dab/dpa
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