Sieben Menschen vergiftet Verdächtige nach Giftanschlag an Universität Darmstadt gefasst

Sieben Mitarbeiter der TU Darmstadt waren im August 2021 vergiftet worden. In einer Teeküche waren Milch und andere Lebensmittel mit K.-o.-Tropfen versetzt worden. Die Verdächtige könnte schuldunfähig sein.
Die Verdächtige soll sich von den späteren Opfern verfolgt gefühlt haben: Abfalleimer vor dem Gebäude, in dem der Anschlag stattfand

Die Verdächtige soll sich von den späteren Opfern verfolgt gefühlt haben: Abfalleimer vor dem Gebäude, in dem der Anschlag stattfand

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance/dpa

Eine 32 Jahre alte Frau soll für den Giftanschlag an der Technischen Universität Darmstadt mit sieben Verletzten im vergangenen August verantwortlich sein. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft in Darmstadt mit .

Gegen die Frau aus Mainz bestehe der Verdacht des versuchten Mordes. Ermittler nahmen die Frau fest. Da sie die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben soll, wurde sie in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Ermittlungen würden darauf hindeuten, dass sich die Beschuldigte von den späteren Opfern verfolgt gefühlt hatte. Weitere Angaben zu dem Motiv der Frau machten die Ermittler nicht.

Die Verdächtige war Studentin an der TU

Die mutmaßliche Täterin hat laut den Ermittlern seit 2017 an der Universität Materialwissenschaften studiert. Sie seien früh auf die Frau aufmerksam geworden. Im Zuge der Ermittlungen seien unter anderem mehr als tausend Zeugen befragt worden. So habe sich der Tatverdacht gegen die Frau erhärtet. Außerdem habe man ermitteln können, dass die Frau sich in der Nacht auf den 23. August in dem Gebäude aufgehalten habe.

Am 23. August 2021 waren bei sieben Mitarbeitern der Universität Vergiftungserscheinungen aufgetreten, nachdem sie in einer Teeküche der TU Milch getrunken und andere Lebensmittel konsumiert hatten. Eines der Opfer hatte sich zwischenzeitlich in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden.

Später entdeckten die Ermittler in Filterbehältern für Teewasser, geöffneten Milchpackungen und weiteren Lebensmitteln unter anderem den Stoff 1,4-Butandiol (BDO), der auch als Ersatzsubstanz für das verbotene Liquid Ecstasy eingenommen wird. Weil die Stoffe bei hoher Dosierung zu Bewusstlosigkeit führen können, spricht man umgangssprachlich auch von K.-o.-Tropfen.

has/AFP