Upskirting-Gesetz Großbritannien verbietet Fotografieren unter Röcke

Wer in Großbritannien Frauen unter den Rock fotografiert, muss künftig mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Ein entsprechendes Gesetz hat das Parlament auf den Weg gebracht - dank der Kampagne einer jungen Britin.

Gina Martin
AFP

Gina Martin


"Ich bin erschöpft und so, so glücklich", schreibt Gina Martin. Die Britin hat sich seit Monaten dafür eingesetzt, dass das sogenannte Upskirting in ihrer Heimat zur Straftat erklärt wird - nun hat sie sich durchgesetzt: Das Oberhaus des britischen Parlaments hat ein Gesetz gegen das Fotografieren unter Röcke und Kleider verabschiedet.

Martin (ihr Alter wird mal mit 26, mal mit 27 Jahren angegeben) hatte sich dafür eingesetzt, nachdem sie selbst eine solche Erfahrung machen musste: Im Juli 2017 war sie nach eigenen Angaben von zwei Unbekannten bei einem Musikfestival im Londoner Hyde Park zunächst bedrängt worden. Dann habe einer der Männer mit seinem Handy ein Bild unter ihrem Rock gemacht und es dem anderen via WhatsApp geschickt.

Sie habe sich das Handy geschnappt und die Sicherheitskräfte des Konzerts alarmiert. Die Polizei sei eingeschaltet worden und habe den Mann zum Löschen des Bildes gezwungen. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen seien jedoch wenige Tage später eingestellt worden. Der Grund: Das Vergehen war damals in England und Wales nicht strafbar, anders als in Schottland.

"Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte", sagte Martin. Sie startete eine Petition für ein Upskirting-Verbot und sammelte mehr als 110.000 Unterschriften dafür. Zwischenzeitlich war das Vorhaben allerdings vom Scheitern bedroht, da ein konservativer Abgeordneter im Unterhaus das Gesetz blockierte. Die Regierung von Premierministerin Theresa May nahm sich jedoch in einer parteiübergreifenden Initiative der Sache an und brachte das Verbot durchs Unterhaus.

Mit der Entscheidung des Oberhauses soll Upskirting nun auch in England und Wales verboten sein. Die Höchststrafe liegt bei zwei Jahren Haft. Offiziell muss nun noch Queen Elizabeth II. zustimmen. Das gilt als reine Formalität.

Sie habe 18 anstrengende und emotionale Monate hinter sich, schreibt Gina Martin nun. In dieser Zeit hatte sie Hilfe von einem Anwalt namens Ryan Whelan. "Und jetzt? Jetzt haben wir das Gesetz geändert."

aar/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dasfred 17.01.2019
1. In Schottland längst Verboten
Ein Schelm, der Arges dabei denkt. Tja, wenn die Männer selbst betroffen sind, von Spannerfotos unterm Rock, dann geht so ein Verbot viel schneller.
redneck 17.01.2019
2.
Interessant. Autoerotisches Verhalten der Exhibitionistinnen ist sanktioniert, dokumentation des Verhaltens aber nun unter Strafe. Zeit das die Gerichte aufhoeren den Sozialkonstruktivistinnen zuzuhoeren und Entscheide treffen die Arrested development unterstuetzen. Sie kann nun ihre Scham weiter autoerotisch ausleben. Das hat Sie so von Mutti gelernt. Nichts wurde besser, nur gleich. Zeit das Vieh auf die Wiese zu schicken. Ich hab keine Lust standig mit der Koerpermitte der Frauen sprechen zu muessen da Sie gerade die zehnte erotische Phantasie dieses Tages erleben und das mit Ihrer autoerotischen Kleidung gezielt steuern. Wie waers gewesen wenn das Gericht entschieden haette das Roeck nun nicht mehr getragen werden koennen? Das hat die Richterin wohl nicht wollen...
butzibart13 17.01.2019
3. #UpskirtingToo
Gilt das übrigens auch für Männer wie z. B. Schotten, die unter ihrem Rock fotografiert werden? Soviel Gleichberechtigung muss sein.
dertroll 17.01.2019
4. Glückwunsch
Hut ab vor dem Durchhaltevermögen! So ein Gesetz brauchen wir auch in Deutschland
Markus Landgraf 17.01.2019
5. Sexistisch
Und was ist mit den Kriminellen, die regelmäßig Männern unter den Rock fotografieren? Gehen die etwa straffrei aus? Hört endlich auf, sexistisch Gesetze zu machen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.