Prozess um Volksverhetzung Holocaustleugnerin Haverbeck erneut zu Freiheitsstrafe verurteilt

Ursula Haverbeck leugnet seit Jahren den Massenmord an den europäischen Juden, zuletzt saß sie eine längere Haftstrafe ab. Nun wurde die 92-Jährige erneut verurteilt – wieder wegen Volksverhetzung.
Ursula Haverbeck im Gericht (im November): schon wieder verurteilt

Ursula Haverbeck im Gericht (im November): schon wieder verurteilt

Foto: Paul Zinken / dpa

Die wiederholt verurteilte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck ist nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung aus einem Gefängnis erneut zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte gegen die 92-Jährige eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Sie habe sich erneut der Volksverhetzung schuldig gemacht, begründete der Richter.

Der 92-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, die zur Urteilsverkündung nicht ins Gericht kam, wird zur Last gelegt, im März 2018 im Rahmen eines im Internet veröffentlichten Interviews den Holocaust geleugnet zu haben.

Haverbeck hatte in dem Prozess erklärt, die Vorwürfe seien aus dem Zusammenhang gerissen worden oder falsch. Sie war erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis in Bielefeld entlassen worden. Dort hatte Haverbeck eine Haftstrafe von insgesamt zweieinhalb Jahren wegen Volksverhetzung verbüßt.

Seit Jahren müssen sich immer wieder Strafgerichte mit Äußerungen der Seniorin befassen. 2004 wurde sie erstmals wegen Volksverhetzung verurteilt und erhielt eine Geldstrafe. Zuletzt ergingen Haftstrafen ohne Bewährung.

Die Seniorin behauptete wiederholt, das Konzentrationslager Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen, sondern ein Arbeitslager. Allein im KZ Auschwitz-Birkenau ließ das NS-Regime mindestens 1,1 Millionen Menschen ermorden.

mxw/dpa
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