Urteil Frau quält zweijähriges Kind zu Tode - 13 Jahre Haft

Das Landgericht Trier hat eine 32-Jährige wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Die Frau hatte ein Kleinkind so lange misshandelt, bis es schließlich starb.


Trier - Die Kammer wertete die Tat der Kamerunerin am Donnerstag als Totschlag. Das von der Staatsanwaltschaft gesehene Mordmerkmal "Grausamkeit" sah das Gericht als nicht erfüllt, weil die zeitliche Reihenfolge der Misshandlungen nicht mehr zu klären sei. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch.

Die 32-Jährige hatte das Kind im Januar 2005 von der leiblichen Mutter, die in Kamerun lebt, übernommen. Bei ihrer Einreise nach Deutschland gab sie laut Anklage das Kind als ihr eigenes aus, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Nachdem ihr deutscher Ehemann im Spätsommer 2005 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, soll sie das Kind schwer misshandelt haben.

Im November 2005 eskalierten laut Staatsanwaltschaft die Misshandlungen. Die Verurteilte fügte dem Kind Bissverletzungen und Verletzungen mit Scheren zu. Außerdem sei dem Kind der Arm gebrochen und ihm durch stumpfe Gewalteinwirkung ein Schädelbruch zugefügt worden, hieß es. In einer gefüllten Badewanne sei das Kind schließlich gestorben.

Zwar hatte die Verurteilte während des gesamten Verfahrens keine Aussage zu der Tat gemacht. Das Gericht sah aber eine erdrückende Last von Indizien. Nach Auskunft eines medizinischen Sachverständigen sind die Verletzungen nicht auf Unfälle zurückzuführen, sondern die Folgen grober Misshandlungen. Das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig.

dab/ddp



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