Urteil Hohe Haftstrafen im Betrugsprozess um Krebswundermittel

Sie täuschten Schwerkranke und verkauften ihnen ein Immunpräparat als Heilmittel: Im Prozess um das angebliche Krebswundermittel Galavit hat das Landgericht Kassel heute hohe Haftstrafen verhängt.

Kassel - Alle Angeklagten wurden des bandenmäßigen Betrugs in 132 Fällen schuldig gesprochen: Die Richter verurteilten den Drahtzieher Falko D. zu sieben Jahren und drei Monaten Haft, den Arzt Kurt Eike R. zu fünf Jahren und acht Monaten. Der Journalist Theodor von K. muss drei Jahre ins Gefängnis, die übrigen zwei Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen.

In dem seit dem 5. März 2007 laufenden Prozess waren die fünf Männer wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges sowie wegen Wuchers im Zusammenhang mit dem angeblichen Krebswundermittel Galavit angeklagt. Laut Anklage hatten die Männer aus Deutschland und Luxemburg 1,34 Millionen Euro kassiert, indem sie mindestens 167 Krebspatienten das weit überteuerte Mittel verkauft hatten.

Das in Russland entwickelte Immunpräparat sei jedoch gegen Krebs unwirksam. Die dreiwöchige Spritzenkur in Räumen einer gemieteten Klinik im nordhessischen Bad Karlshafen hatte 8950 Euro zuzüglich Unterkunft und Verpflegung gekostet. In Russland war die Arznei für 320 Euro zu haben.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn hatte bereits im August 2001 vor dem in Deutschland und der EU nicht zugelassenen Arzneimittel gewarnt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten Haftstrafen bis zu siebeneinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung hat auf Freispruch plädiert. Die Angeklagten seien von der positiven Wirkung gegen Krebs überzeugt gewesen. Auch der mitangeklagte Arzt habe nie Wunderheilungen versprochen.

jjc/AP/ddp

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