Vergiftungstod von Berliner Familie Vormieter wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Weil sie das Abzugsrohr einer Gastherme verstopften, starb eine sechsköpfige Familie an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Das Berliner Amtsgericht hat nun die Vormieter der Opfer, eine 50-Jährige und ihren Sohn, zu vierstelligen Geldstrafen verurteilt.

Tod aus der Therme: Am Haus der Familie haben Trauernde Blumen und Kerzen niedergelegt.
DPA

Tod aus der Therme: Am Haus der Familie haben Trauernde Blumen und Kerzen niedergelegt.


Berlin - Im Prozess um eine vergiftete Familie in Berlin hat ein Gericht deren Vormieter wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Das Amtsgericht Berlin verurteilte eine 50-jährige Frau und ihren 33 Jahre alten Sohn zu Geldstrafen in Höhe von 4800 Euro und 3600 Euro.

Die Angeklagten hatten kurz vor dem Urteil gestanden, dass der Sohn mit Wissen seiner Mutter im Jahr 2007 ein Abgasrohr der damals stillgelegten Gastherme mit Stoff und Papier gegen Zugluft verstopft hatte. Die 50-Jährige hatte vor Gericht ausgesagt, sie habe beim Auszug im März 2011 nicht daran gedacht.

Durch ihr Verschulden sei eine Kette unglücklichster Umstände und Zufälle in Gang gesetzt worden, sagte die Richterin. Die Nachmieter, eine sechsköpfige Familie, starben im Juli 2011 qualvoll an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Aus dem Bericht der Gerichtsmedizin geht hervor, dass die neu eingezogene 27-jährige Mutter, ihre vier Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren sowie der Lebensgefährte nach längerem Todeskampf an dem geruchlosen Gas erstickten.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf Bewährungsstrafen von jeweils 15 Monaten plädiert.

gam/dpa



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