Urteil im Vergewaltigungsprozess Schicksalstag für Kachelmann

dapd

Von Simone Utler

Was sagte das mutmaßliche Opfer?


Die Ex-Freundin Kachelmanns, die im Prozess als Nebenklägerin auftrat, sagte mehr als 20 Stunden vor der Mannheimer Strafkammer aus - und blieb bei ihrer Anschuldigung. Während der Aussage wurde sie gefilmt, so dass Gutachter ihr Gesicht beobachten konnten. Die Öffentlichkeit war von der Vernehmung, die sich über vier Tage hinzog, ausgeschlossen.

Die Verteidigung hält den Vergewaltigungsvorwurf für eine Lüge und versuchte, dies mit Hilfe von Gutachtern zu belegen.

Definitiv gelogen hat die Frau im Vorfeld des Prozesses. Sie hatte in der angeblichen Tatnacht Kachelmann mit Flugtickets konfrontiert, die seinen Namen und den einer anderen Frau trugen. Flugscheine und ein Schreiben mit dem Satz "Er schläft mit ihr" hätten an diesem Tag in ihrem Briefkasten gelegen, behauptete sie. Dass sie die Tickets schon Monate zuvor anonym erhalten und den zusätzlichen Satz selbst geschrieben hatte, verschwieg sie. Ebenso, dass sie unter falschem Namen bereits Kontakt zu der Nebenbuhlerin aufgenommen hatte.

Bei der falschen Version blieb sie am folgenden Morgen sogar gegenüber ihren Eltern. Erst zwei Monate später korrigierte sie nach entsprechenden Ermittlungen der Polizei ihre Angaben.

Die Staatsanwaltschaft verweist darauf, dass die Lügen immer nur den Randbereich ihrer Aussage betroffen hätten, nie aber deren Kern.

Die wichtigsten Aspekte des Verfahrens



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Regulisssima 30.05.2011
1. Glaubwürdigkeit
Für Kachelmann geht es um alles, für die Staatsanwaltschaft um die eigene Glaubwürdigkeit, und die ist ihr eh egal.
fatherted98 30.05.2011
2. Ob es wohl...
...bald einen Film über Kachelmann gibt....wahrscheinlich mit Moritz Bleibtreu als Kachelmann und Katja Riemann als verschmähte Geliebte, Senta Berger als Alice Schwarzer, Mario Adorf als Richter und Oliver Pocher als...Oliver Pocher.
frubi 30.05.2011
3. .
Zitat von sysop43 Verhandlungstage, neun Gutachter, mehrere Ex-Freundinnen als Zeugen und unzählige Medienberichte: Im Prozess gegen Jörg Kachelmann steht das Urteil bevor. Die Wahrheitsfindung war extrem schwierig, es gibt nur Indizien, keine Beweise. Überblick über die wichtigsten Aspekte des Verfahrens.* http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,765103,00.html
43 Verhandlungstage, neun Gutachter, mehrere Ex-Freundinnen als Zeugen und unzählige SPON-Beiträge: und für was? Bin ich froh wenn das vorbei ist ...... wobei? Neeeein. Es gibt ja noch DSK. Wieso gibt es eigentlich keine medienfreien Tage oder gar eine Medienfreie Woche, in der so etwas keine Rolle im öffentlichen Leben spielt?
Dampflok, 30.05.2011
4. Schaden
Den Schaden, den die Falschbeschuldigerin angerichtet hat, kann kein Geld der Welt mehr gut machen. Es wird Zeit, Gesetze zu schaffen und so anzuwenden, daß derartige, bewußte Taten entsprechend geahndet werden. Ich befürchte, die Dame kommt in einem evtl. gegen sie angestrengten Prozeß mit einem "Dududu" davon, weil sie sich "in einer psychischen Ausnahmesituation" befand - die Standardausrede bei Gerichtsurteilen gegen Täterinnen. Befindet sich denn aber nicht fast jeder Rechtsbrecher in so einer Situation? Die Dame hat ihr Tun strategisch vorbereitet und genau gewußt was sie tut. Ich verlange vor Allem von den Medien eine völlige Wiedereinstellung Kachelmanns, so wie man ja auch keine Probleme hatte, ihn aufgrund der falschen Verdächtigung rauszuwerfen. .
berlin_rotrot, 30.05.2011
5. -
Das Urteil kann nur Freispruch lauten bei den nicht vorhandenen Beweisen. Alles andere wäre nicht Rechtsstaat konform.
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