Getötete Britin Neuseeländer wegen Mordes an Backpackerin verurteilt

Zu Beginn ihrer Weltreise lernte eine Rucksacktouristin in Neuseeland einen Mann kennen. Nach dem Date brachte er die junge Britin in einem Hotel um. Nun wurde er verurteilt - das könnte die Erschütterung in dem Land lindern.

Gedenken an Grace Millane in Christchurch (Archiv)
AP Photo/Mark Baker

Gedenken an Grace Millane in Christchurch (Archiv)


Wegen Mordes an einer britischen Rucksacktouristin hat ein Gericht in Neuseeland einen Mann schuldig gesprochen. Die Geschworenen in Auckland kamen zum dem Schluss, dass der 27-jährige Neuseeländer die junge Britin Grace Millane vor elf Monaten vorsätzlich tötete.

Millane war am Abend vor ihrem 22. Geburtstag in Auckland verschwunden. Sie war erst wenige Tage zuvor in Neuseeland eingetroffen. Die junge Frau wollte nach ihrem Studienabschluss ein Jahr um die Welt reisen. Ihren späteren Mörder lernte sie laut Nachrichtenagentur AP über eine Dating-App kennen. Auf Bildern von Überwachungskameras sind die beiden in einer Bar zu sehen - und wie sie gemeinsam das Hotel betreten und mit dem Aufzug fahren.

Millanes Leiche wurde erst nach einer Woche in einem Außenbezirk von Auckland gefunden. Der Täter soll sie in einem Koffer versteckt aus dem Zimmer gebracht und verscharrt haben.

Der Tod der Rucksacktouristin erschütterte Neuseeland schwer. Im ganzen Land gab es Mahnwachen, Premierministerin Jacinda Ardern entschuldigte sich bei der Familie. Millanes Vater hatte seine Tochter während der tagelangen Suche als "lebenslustige, kontaktfreudige und familienorientierte" Frau beschrieben.

Weitere Frau berichtet von Todesangst beim Sex

Der Angeklagte selbst hatte im Prozess angegeben, die junge Frau beim Sex versehentlich erwürgt zu haben - und plädierte im Prozess auf nicht schuldig. Er räumte zwar ein, dass die junge Britin in seiner Wohnung gestorben sei. Seine Anwälte erklärten aber, dass Millane den Mann gebeten habe, sie zu würgen. Nach ihrem Tod sei ihr Mandant in Panik geraten und habe die Leiche entsorgt.

Die Anklage wies diese Darstellung als Lügenlabyrinth zurück. Demnach machte der Angeklagte nach Millanes Tod Fotos von der Leiche, schaute Pornos und vereinbarte das nächste Tinder-Date. Gutachtern zufolge würgte er sie minutenlang und hätte bemerken müssen, dass die Frau bewusstlos geworden sei.

Eine Zeugin, die den Mann ebenfalls gedatet hatte, sagte der Nachrichtenagentur AP zufolge im Prozess aus, dass sie während des Geschlechtsverkehrs mit ihm um ihr Leben gebangt hätte. Der Mann habe sich auf ihr Gesicht gesetzt und ihr verboten, ohne sein Einverständnis zu atmen.

Millanes Eltern weinten, als der Schuldspruch verlesen wurde. Die Schmerzen der Familie werde er aber nicht erträglicher machen, sagte Millanes Vater David. Das Strafmaß soll im Februar verkündet werden. Dem Neuseeländer drohen mindestens zehn Jahre Haft, der Richter kann aber auch eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängen.

apr/AP/AFP



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