Urteil in Mannheim Heul- und Quietschverbot für Autoposer

Immer wieder sorgen Fahrer protziger Sportwagen bei Anwohnern für schlaflose Nächte. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat jetzt ein eindeutiges Urteil gesprochen.

Polizisten in Mannheim kontrollieren Autoposer. (Symbolbild)
Uwe Anspach/ DPA

Polizisten in Mannheim kontrollieren Autoposer. (Symbolbild)


Viel Lärm um nichts - würde die Komödie von Shakespeare im Jahr 2019 in Mannheim spielen, käme darin womöglich ein Autoposer vor.

Das laute Motorengeheul der PS-Protzer geht vielerorts Anwohnern auf die Nerven. In Mannheim haben die Richter nun ein Machtwort gesprochen: Ein Autofahrer aus Ludwigshafen darf künftig nicht mehr mit röhrendem Motor und durchdrehenden Reifen durch die Mannheimer Innenstadt kurven.

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigte am Donnerstag ein entsprechendes Verbot des Verwaltungsgerichts Karlsruhe. Geklagt hatte ein Autofahrer, der mit seinem Sportwagen unter anderem auf dem Mannheimer Cityring für Unmut gesorgt hatte.

14 Anzeigen in vier Wochen

Dort soll er nachts an roten Ampeln "unnötig Gas" gegeben haben, "mit durchdrehenden Rädern" und "laut aufheulendem Motor" unterwegs gewesen sein, "übermäßig stark beschleunigt" haben und mehrfach durch "unnötig starke Gasstöße" aufgefallen sein. Der Fahrer wurde im Jahr 2016 innerhalb von vier Wochen 14 Mal von Bürgern bei der Polizei gemeldet.

Hier ein SPIEGEL TV-Film über die Soko "Autoposer" in Hamburg:

SPIEGEL TV

Der Autofahrer aus Ludwigshafen hatte gegen das in Karlsruhe verhängte Verbot geklagt und argumentierte, sein Wagen könne nicht anders gefahren werden. Ein Verbot seiner Fahrweise käme damit einem Fahrverbot gleich. Die Richter sahen das anders. Der Fahrer habe lediglich auf eine unsachgemäße Nutzung wie etwa unnötige Gasstöße zu verzichten, durch die unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verursacht würden, befand das Gericht.

Bundesweit gehen viele Städte mit Sonderkommissionen gegen die Autoposer vor. Die Länder wollen im Kampf gegen den Lärm nun die Bußgelder erhöhen - um das Zehnfache.

one/AFP



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