Illegale Hahnenkämpfe Prinzessin vor Gericht

20 Dollar kostete der Eintritt, 1000 Dollar betrug die Startgebühr: Mit Hahnenkämpfen machten eine rumänische Prinzessin und ihr Ehemann in den USA ein Geschäft. Jetzt wurde die Adlige verurteilt - und sprach davon, Schande über ihre Familie gebracht zu haben.

AP/ Multnomah County Sheriff

Portland - Kurz vor dem Urteil sagte Irina Walker, wie leid ihr die Sache tue. Sie entschuldige sich für ihre Beteiligung an diesem Geschäft, es sei nie ihre Absicht gewesen, gegen das Gesetz zu verstoßen. Sie habe Schande über ihre Familie gebracht.

"Dieses Geschäft" sind Hahnenkämpfe, illegale Veranstaltungen im US-Bundesstaat Oregon. Und die Frau, die sich entschuldigte, ist eine rumänische Prinzessin. Alle Reue stimmte den Richter nicht milde. Er verurteilte Walker zu drei Jahren Bewährungsstrafe, ebenso wie ihren Mann John Walker. Zudem muss das Paar Immobilien verkaufen und 200.000 Dollar an den Staat zahlen.

Die Walkers waren 2013 festgenommen worden. Der Anklage zufolge sollen sie mindestens zehn Hahnenkampfveranstaltungen in der Scheune ihrer Farm veranstaltet haben. Besucher zahlten 20 Dollar Eintritt, es kamen oft mehr als hundert Personen. Den Tieren wurden kleine Klingen an die Beine gebunden, dann wurden die Hähne aufeinander losgelassen.

Wer ein Tier kämpfen lassen wollte, musste 1000 Dollar Startgebühr bezahlen, zu gewinnen gab es zwischen 10.000 und 18.000 Dollar. Insgesamt sind in dem Verfahren mehr als ein Dutzend Personen angeklagt. Zwei sind flüchtig, alle anderen haben sich schuldig bekannt.

Walker, 61, ist die dritte Tochter des früheren rumänischen Königs Michael I. Die Kommunisten zwangen ihn 1947 zur Abdankung. Weil der 93-Jährige gebrechlich ist, dürfen die Verurteilten die USA auch während ihrer Bewährungsfrist verlassen, um den früheren Monarchen zu besuchen.

Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter dürfte allerdings getrübt sein. Nach der Festnahme ließ Michael I. mitteilen, er habe dies "mit tiefer Trauer" zur Kenntnis genommen und hoffe, dass die US-Justiz "möglichst gerecht und möglichst schnell" urteilen werde.

Irina Walker zog in den Achtzigerjahren von der Schweiz in die USA. Sie ließ sich von ihrem damaligen Mann scheiden und heiratete Walker, einen Nachbarn und Freund der Familie.

ulz/AP



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