Urteil in Großbritannien Mann gesteht Mord bei »Wahrheit oder Pflicht« – lange Gefängnisstrafe

2018 wird ein Mann bei »Wahrheit oder Pflicht« nach seinem dunkelsten Geheimnis gefragt. Er berichtete, seine Stiefgroßmutter getötet zu haben. Dennoch dauerte es noch lange, bis gegen ihn ermittelt wurde.

In Großbritannien ist ein Student wegen Mordes an seiner Stiefgroßmutter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dass er für deren Tod überhaupt vor Gericht stand, hat er dabei vor allem seinem Mund zu verdanken.

Der 21-Jährige hatte bei einer Partie »Wahrheit oder Pflicht« den Mord an der 94-Jährigen gestanden. Bei dem Partyspiel muss sich der derjenige, der an der Reihe ist, entscheiden, ob er eine Frage beantworten oder eine Aufgabe erfüllen will.

Während des Spiels war der Mann nur kurze Zeit nach der Tat im Mai 2018 von zwei Freunden nach seinem dunkelsten Geheimnis gefragt worden. »Ich glaube, ich habe jemanden getötet«, sagte er – und erzählte auf Nachfrage, er habe die Vorhänge in Brand gesetzt, weil er gewollt habe, dass seine an Demenz erkrankte Stiefgroßmutter nicht mehr leide. Ehe er das Feuer gelegt habe, habe er den Feuermelder ausgestellt, berichtete der Sender BBC .

Ermittlungen nach Therapiestunde

Trotz dieses Geständnisses dauerte es noch lange, bis der junge Mann auch ins Visier der Ermittler geriet. Die Freunde glaubten ihm nicht, sondern hielten die Geschichte für einen schlechten Witz. Auch die Feuerwehr war zunächst von einem Unfall ausgegangen, bei dem die Seniorin eine brennende Zigarette vergessen hatte. Die Frau starb in ihrem Haus in Heysham, Lancashire.

Erst als der Mann fast ein Jahr später sein Geständnis in einer Therapiestunde wiederholte, wurde der Fall wieder aufgerollt. Nach dem Geständnis stießen die Ermittler bei ihm auf Zeichnungen der Wohnung, schriftliche Einträge in Mobiltelefon und Laptop sowie Internetsuchen, die auf die Tat hinwiesen. Der BBC zufolge hatten die Notizen Überschriften wie »gutes Versteck« und enthielten Hinweise darauf, dass er ein gutes Alibi benötige.

Im Prozess bestritt der Angeklagte die Vorwürfe als Missverständnis. Seinen Freunden habe er als damals 17-Jähriger imponieren wollen. Eine Jury aber sah klare Beweise für seine Täterschaft. Das Gericht in Preston befand ihn nun schuldig, er muss demnach mindestens 15 Jahre hinter Gitter.

apr/dpa
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