Urteil Kind totgeschlagen - Mann muss lebenslang in Haft

Stundenlang prügelte er auf den fünfjährigen Sohn seiner Freundin ein, mit den Fäusten und mit einem Gürtel, bis Julian starb. Jetzt hat das Landgericht Hildesheim den Mörder zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Angeklagter mit Rechtsanwältin: Narzisstische Persönlichkeitsstörung
dapd

Angeklagter mit Rechtsanwältin: Narzisstische Persönlichkeitsstörung


Hildesheim - Der fünfjährige Julian wurde zu Tode gequält, nun bekam sein Ziehvater dafür die Höchststrafe: lebenslange Haft. Das Landgericht Hildesheim sah es als erwiesen an, dass der unter Drogen stehende 27-Jährige vor vier Monaten so schlimm auf den kleinen Jungen einschlug, dass dieser an inneren Blutungen und einer schweren Hirnverletzung starb. "Bei allen Taten war der Angeklagte nicht vermindert schuldfähig", sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl am Dienstag.

Der Mann habe gefühllos, mitleidlos agiert, betonte der Richter. "Die Tat beinhaltet ausgesprochen abstoßende Handlungen." Immer wieder sei der Ziehvater ins Kinderzimmer gegangen und habe den Jungen mit den Fäusten und einem Gürtel geschlagen - gegen den Kopf, auf den Po und vor allem massiv in den Genitalbereich. Außerdem habe er das festgebundene Bein des Fünfjährigen derart heftig verdreht, dass Julian einen Spiralbruch am Oberschenkel erlitt.

"Lust am Quälen"

"Er hatte Lust am Quälen und urinierte sogar auf den geschundenen, nackten Körper des Jungen", sagte Richter Pohl. Das Martyrium Julians zog sich über drei Stunden hin. Die Mutter war in der Nacht mit Julians jüngerem Bruder im Krankenhaus.

Als der arbeitslose Maurer am nächsten Morgen merkte, dass er den Jungen totgeschlagen hatte, stopfte er die Leiche in einen Müllsack und versteckte sie in einer angrenzenden Garage. Erst am folgenden Tag entdeckte die Polizei den Körper. Der Mörder hatte sich an der Suche nach dem Jungen beteiligt. Er hatte alle, auch Julians Mutter, in dem Glauben gelassen, der Junge sei von selbst verschwunden.

Eine besondere Schwere der Schuld des Angeklagten stellte das Gericht wegen dessen narzisstischer Persönlichkeitsstörung nicht fest. Diese habe jedoch nicht die Steuerungsfähigkeit des Mannes beeinflusst, betonte der Richter.

jdl/dpa



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