Urteil Knast-Freigänger ermordete Frau - lebenslange Haft

Er war nur kurze Zeit in Freiheit und schnitt seiner Frau die Kehle durch: Das Landgericht Detmold hat einen 50-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die 40-Jährige hatte sich von ihm trennen wollen.

Detmold - Ein 50 Jahre alter Freigänger, der seiner Frau in Detmold die Kehle durchgeschnitten hat, ist wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Landgerichts Detmold wollte er nicht hinnehmen, dass die 40-Jährige ihn wegen eines anderen Mannes zu verlassen plante. Darum habe er sie am 9. Juni 2010 erst mit Messerstichen verletzt und ihr schließlich kaltblütig die Kehle aufgeschlitzt, urteilten die Richter am Montag.

Der Mann habe sich zum Richter über Leben und Tod aufgeschwungen, sagte Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink. Er habe sie für die Beziehung zu einem anderen Mann hingerichtet, das sei Mord.

Die Verteidiger plädierten hingegen auf Totschlag. Es gebe keine niederen Beweggründe. Anwalt Holger Rosteck befürwortete eine Haftstrafe von zehn Jahren. Es sei eine Verzweiflungstat gewesen. Die Frau habe sich nicht mehr um den nierenkranken 13 Jahre alten Sohn gekümmert, während der Angeklagte in Bielefeld eine Haftstrafe wegen Körperverletzung absitzen musste.

Während einer Haftunterbrechung hatte der 50-Jährige seine Frau am 9. Juni 2010 getötet. Zuerst habe es im Haus der beiden eine heftige Auseinandersetzung gegeben, bei der er die Frau mit Stichen verletzte. Sie flüchtete vor das Nachbarhaus und brach dort zusammen.

Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen ging der Mann mehrmals zu der Frau. Zuletzt schnitt ihr die Kehle durch und ging seelenruhig weg. Nach Ansicht des Gutachters ist der Mann, der mit seiner Frau sieben Kinder hatte, voll schuldfähig.

jdl/dpa
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