Urteil Lange Haftstrafen für die Kinderschänder von Angers

Im größten Pädophilen-Prozess der französischen Justizgeschichte hat das Gericht mehrere Kinderschänder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Schlüsselfiguren des Verfahrens, ein Ehepaar, wurden unter anderem wegen Vergewaltigung der eigenen Kinder schuldig gesprochen. Insgesamt waren 65 Personen angeklagt.


Angers - Der Angeklagte Franck V. wurde zu 18 Jahren Gefängnis und zwölf Jahren Sicherungsverwahrung verurteilt. Seine Frau Patricia M. soll für 16 Jahre hinter Gitter. Das Ehepaar soll seine Wohnung für einen Kinderschänderring zur Verfügung gestellt haben.

Schuldig gesprochen wurden auch die zu den Hauptangeklagten zählenden vorbestraften Brüder Jean-Marc und Eric J., die mutmaßlichen Drahtzieher der Taten. Auch der Journalist Jean-Francois C. ist nach Ansicht des Schwurgerichts schuldig. Die Anklage hatte für die insgesamt 65 Angeklagten, darunter 27 Frauen, bis zu 30 Jahre Haft gefordert.

Die aus zerrütteten Sozialverhältnissen stammenden Angeklagten hatten 45 Kinder vom Säugling bis zum Zwölfjährigen von Januar 1999 bis Februar 2002 vergewaltigt, misshandelt und zur Prostitution gezwungen. Die Kinder wurden teilweise von ihren eigenen Eltern oder Großeltern missbraucht. Gerichtspsychiater bescheinigten den Opfern, seelisch zerstört zu sein und nach ihren Erlebnissen ein perverses Verhältnis zum eigenen Körper zu haben. Im Prozess zeigten die 23- bis 73-jährigen Angeklagten aus der westfranzösischen Stadt kaum Reue.

Neun Geschworene und drei Berufsrichter hatten seit Anfang vergangener Woche in einer Militärhochschule über ihr Urteil beraten.



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