Urteil Oberstes US-Gericht schränkt lebenslange Haft für Jugendliche ein

Nur bei Morddelikten dürfen Minderjährige in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt werden, nicht aber mehr bei anderen Straftaten. Das entschied der Supreme Court.


Washington - Das Oberste Gericht der USA hat die Verurteilung minderjähriger Straftäter zu lebenslangen Haftstrafen damit eingeschränkt. Eine Verurteilung von Minderjährigen zu lebenslänglich ohne Möglichkeit der Begnadigung sei allenfalls bei Morddelikten mit der Verfassung vereinbar, nicht aber bei anderen Straftaten, entschied das Washingtoner Gericht am Montag.

Es gab damit dem inzwischen 20-jährigen Kläger Terrance Graham Recht: Dieser war im Alter von 17 Jahren in Florida wegen mehrerer Raub- und Diebstahldelikte zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung verurteilt worden.

In ihrem Urteil betonen die Richter, dass es für derartige Verurteilte auch weiterhin kein Recht auf Begnadigung gebe. Die Gerichte müssten minderjährigen Verurteilten bei lebenslänglich aber "eine realistische Möglichkeit bieten, vor dem Ende dieses Haftmaßes die Freiheit zu erlangen". Die Richter wiesen in ihrem Urteil darauf hin, dass die USA bislang das einzige Land gewesen seien, in dem Jugendliche für Delikte außer Mord zu lebenslänglich ohne Chance der vorzeitigen Entlassung verurteilt werden konnten. Die Richter nahmen das Urteil mit sechs gegen drei Stimmen an.

jjc/AFP



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