Urteil Transfer von Eizellenspenden im Vorkernstadium verboten

Ab welchem Punkt dürfen Eizellen an ungewollt kinderlose Paare gespendet werden? Zu dieser Frage hat das Bayerische Oberste Landesgericht nun ein Urteil gesprochen.

Im Berufungsprozess um Eizellenspenden hat das Bayerische Oberste Landesgericht sein Urteil gesprochen: Demnach dürfen gespendete Eizellen im Vorkernstadium nicht an eine andere Frau übertragen werden.

Angeklagt waren der Vorstand des Vereins "Netzwerk Embryonenspende" und zwei Mediziner. Ihnen wurden Verstoß gegen das Embryonenschutzgesetz sowie missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen.

Der Verein hatte kinderlosen Paaren Eizellenspenden vermittelt – ohne dafür Geld zu nehmen, wie Vereinsgründer Hans-Peter Eiden betonte. Dabei handelte es sich um Eizellen im Vorkern- und im Embryonenstadium. Sie wurden anderen Frauen im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen entnommen und waren gewissermaßen übrig geblieben.

Das Vorkernstadium bezeichnet den Zeitpunkt, an dem das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist, die beiden Zellkerne aber noch nicht verschmolzen sind. In Deutschland ist nur die Spende unbefruchteter Eizellen laut Embryonenschutzgesetz explizit verboten.

In zwei früheren Prozessen waren die drei Angeklagten freigesprochen worden. Diese Urteile wurden nun teilweise aufgehoben. Das Bayerische Oberste Landesgericht war die letzte Instanz in der Sache.

sen/dpa
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