Urteile Mehrjährige Haftstrafen für Berliner U-Bahn-Schläger

Im Prozess gegen vier U-Bahn-Schläger hat das Berliner Landgericht hohe Gefängnisstrafen verhängt. Aus Deutschenhass sollen die Jugendlichen einen Mann am Bahnhof Lichtenberg fast totgeschlagen haben.

Eine Überwachungskamera dokumentierte den Überfall am U-Bahnhof Berlin Lichtenberg
Polizei

Eine Überwachungskamera dokumentierte den Überfall am U-Bahnhof Berlin Lichtenberg


Berlin - Nach der brutalen Prügelattacke im Berliner U-Bahnhof Lichtenberg hat das Landgericht hohe Jugendstrafen verhängt. Vier Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren seien zu Haftstrafen von vier bis sechs Jahren verurteilt worden, teilte der Verteidiger Detlef Kolloge am Rande des nicht öffentlichen Prozesses mit.

Der brutale Übergriff hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Das Opfer, ein 30-jähriger Maler, war am Tatabend mit einem Kollegen auf dem Heimweg. Die Jugendlichen schlugen so lange auf ihn ein, bis er reglos am Boden lag. Der 30-Jährige erlitt bei dem Angriff im Februar schwerste Kopfverletzungen und lag wochenlang im künstlichen Koma. Er kämpfte sich nur mühsam zurück ins Leben. Sein Arbeitskollege kam mit Hämatomen davon.

Zur Urteilsverkündung wollte der Handwerker nicht erscheinen, weil er noch immer mit den Folgen des Verbrechens zu kämpfen habe, sagte sein Anwalt Christian Joachim. Angeklagt waren ein 18-jähriger Kenianer, ein gleichaltriger Kosovare, ein 17-jähriger Deutsch-Iraker und ein 15-jähriger Bosnier. Keiner von ihnen hatte Vorstrafen.

Das Urteil entspricht im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Der hatte am Montag wegen versuchten Mordes aus niederen Beweggründen Jugendstrafen von fünf Jahren bis sieben Jahren und neun Monaten gefordert. Die Verteidiger hatten im Plädoyer sowohl eine Tötungsabsicht als auch eine Deutschen-Feindlichkeit ihrer Mandanten verneint und sich für eine Verurteilung wegen Körperverletzung ausgesprochen.

ala/dpa

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