US-Medienberichte Polizei verwechselt Zuckerwatte mit Drogen - Frau monatelang in Haft

Eine Frau im US-Staat Georgia saß offenbar rund drei Monate lang unschuldig in Haft: Berichten zufolge hatten Polizisten ihr den Besitz von Crystal Meth vorgeworfen - dabei handelte es sich um alte Zuckerwatte.


Die Polizisten im Bezirk Monroe im US-Bundesstaat Georgia waren offenbar wegen der verdunkelten Scheiben auf das Auto aufmerksam geworden, in dem Dasha Fincher unterwegs war: Sie hielten es an, inspizierten das Fahrzeug - und entdeckten auf dem Boden eine offene Plastiktüte mit einer "hellblauen Substanz", so zitiert unter anderem die US-Website "Vice" aus einer aktuellen Klageschrift.

Fincher wurde demnach als vermeintliche Besitzerin und Dealerin von Crystal Meth festgenommen. Die Polizei war davon ausgegangen, dass es sich bei der hellblauen Substanz um Metamphetamin handelte, berichten mehrere US-Medien. Tatsächlich sei es alte, teilweise zerdrückte, hellblaue Zuckerwatte gewesen. Ein erster Drogentest noch am Straßenrand habe ein falsches Ergebnis gezeigt.

Da der Richter die Kaution auf eine Million Dollar setzte, blieb Fincher nach ihrer Festnahme weiter in Haft. Erst Monate später sei bei einer genaueren Labor-Untersuchung die Zuckerwatte als solche erkannt und Fincher freigelassen worden.

Der Vorfall ereignete sich den Berichten zufolge bereits am Silvesterabend 2016. Am 4. April 2017 wurde Fincher demnach freigelassen, am 18. April wurden die Vorwürfe gegen sie offiziell fallengelassen.

Nun hat sie eine Schadensersatzklage eingereicht - gegen den Bezirk, die Polizisten und den Hersteller der irreführenden Drogentests. Sie macht in der Klageschrift unter anderem geltend, dass sie während ihrer Zeit im Gefängnis die Geburt ihrer Zwillings-Enkelsöhne verpasst habe und einer ihrer Töchter nicht habe beistehen können, als diese eine Fehlgeburt erlitten habe.

aar/dpa

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